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    Die Roaminggebühren der Swisscom, Orange und der Sunrise sind ein Ärgernis

    Hohe Roaminggebühren sind seit Jahren ein Ärgernis. Trotzdem verzichtet der Ständerat darauf, etwas dagegen zu unternehmen. Während sich Telekomfirmen freuen, übt der Konsumentenschutz harsche Kritik.

     

    Bis zu fünf Mal mehr zahlen Schweizer Mobilfunkkunden für das Surfen im Ausland wie Konsumenten in der EU. Daran wird sich kurzfristig nichts ändern. Der Ständerat hat gestern entschieden, den Telekomanbietern noch eine Chance zu geben und legte eine Motion, die eine Preisobergrenze fürs Roaming verlangte,vorerst auf Eis. «Wir gehen davon aus, dass die technische Entwicklung bald soweit ist, dass die Preisdifferenzen wegfallen», sagte CVP-Ständerat Peter Bieri.

    Damit sprach er das «local breakout» an, welches per Juli 2014 in der EU eingeführt wird. Dass heisst: Die Mobilfunkanbieter müssen ihren Kunden im Ausland ermöglichen, Datenangebote von lokalen Anbietern zu nutzen. «Davon wird auch die Schweiz profitieren», zeigt sich Bieri überzeugt – und mit ihm die bürgerliche Mehrheit des Ständerats.

    Selbst SVP-Mann This Jenny, der die heutigen Preise als «absolute Abzockerei» bezeichnet, kann mit diesem Entscheid leben. «Wir können die Motion jederzeit wieder aktivieren und haben damit ein gutes Druckmittel in der Hand.»

     

    «Unter Druck von Lobbyisten eingebrochen»

    Für Konsumentenschützerin Sara Stalder ein Affront. «Was unsere Volksvertreter hier abgezogen haben ist ein Trauerspiel.» Der Ständerat habe mit der Sistierung der Motion jeglichen Druck von den Anbietern weggenommen. «Ich vermute stark, dass der Ständerat unter dem Druck der Lobbyisten eingebrochen ist», sagt Stalder. In den zuständigen Kommissionen seien ja auch nur die Anbieter angehört worden. «Vermutlich hat man dort wirtschaftliche Schreckensszenarien an die Wand gemalt, da Roaminggebühren eben eine erspriessliche Einnahmequelle sind», so die Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz. Klar würden die technischen Entwicklungen Änderungen bringen, doch dies könne noch Jahre dauern. «Bis dahin müssen die Schweizer Konsumenten weiter unter hohen Preisen leiden. »Der deutsche Telekom-Experte Scott Marcus zweifelt sogar daran, ob das «local breakout» wirklich auf die Preise drücken wird. Zudem würden dieses nur Daten betreffen, nicht aber SMS oder Telefongespräche.

     

    «Problem wird sich von selbst lösen»

    Während sich die einen ärgern, freuen sich die anderen. 
    Orange-Sprecherin Therese Wenger sagt: «Wir begrüssen den Entscheid des Ständerats, weil eine Preisregulierung kontraproduktiv gewesen wäre.» Erleichtert ist man auch bei der Swisscom und ergänzt: «Das Problem hoher Roaminggebühren wird sich aufgrund der technologischen Entwicklung in den kommenden Jahren von selbst lösen.»

     

    Doch auch wenn sich die Telekomanbieter freuen - das Thema ist auch im Parlament noch nicht vom Tisch. Vor zwei Wochen hat der Nationalrat nämlich einen anderen, ähnlich lautenden Vorstoss angenommen.

     

    Bericht - 20min.

     

     

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