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    Miese Deals und Reklamationen beim Schnäppchenportal Dein Deal

    Ein Bericht von 20 Minuten Online am 17. August 2013.

     

    Wer bei diesen Rabatten nicht zugreift, ist selber schuld – könnte man meinen. Das Schweizer Schnäppchenportal Dein Deal lockt mit Ermässigungen von bis zu 85 Prozent auf Produkte und Dienstleistungen. Es mehren sich aber Klagen, dass die über die Plattform gekauften Produkte nicht halten, was sie versprechen. Bisweilen finden sich auch dubiose Anbieter auf Dein Deal.

     

    Davon kann auch 20 Minuten-Leserin Cécile Meier* ein Lied singen: Sie ersteigerte einen Umzugsgutschein: Zwei Stunden, ein Auto, zwei Helfer. Das Problem: Das Fahrzeug war viel kleiner, als im Inserat beschrieben. Zudem seien die Helfer extrem aggressiv gewesen, sagt Meier: «Sie haben mich bereits auf der Fahrt in die neue Wohnung darauf aufmerksam gemacht, dass ich einen Aufpreis von 250 Franken zu entrichten hätte, falls wir auch nur eine Minute überzögen.»

     

    Tatsächlich dauerte das Zügeln länger als zwei Stunden. Meier weigerte sich zu bezahlen, wurde bedroht und wendete sich schliesslich an Dein Deal. Erst nach längerem E-Mail-Verkehr und der mehrmaligen Aufforderungen, etwas gegen diese Firma zu unternehmen, reagierten die Verantwortlichen des Schnäppchenportals. Auf die Frage Meiers, was Dein Deal gedenke gegen unseriöse Angebote zu unternehmen, erhielt sie die Antwort: «Der Partner wird zur Verantwortung gezogen.»

     

    Der Nadelstreifen-Dieb

     

    Ein weiterer Fall sind die Masshemden des Schneiders Sartoriani. Hinter den Deals steckte laut «Tages-Anzeiger» ein verurteilter Betrüger, der das Unternehmen nun Konkurs gehen lässt. Mehr als 4000 Gutscheine soll der in Deutschland verurteilte Betrüger über Dein Deal verkauft haben. Den Betrugsvorwurf bestreitet er, schliesslich habe er 2500 der 4000 Anzüge und Hemden verkauft. Allerdings habe er die Kosten nicht im Griff gehabt.

     

    Ein weiteres Beispiel ist Topspeedracing: Die deutsche Firma bot Gutscheine für rasante Fahrstunden auf dem Hockenheimring an – auch via Dein Deal. Wie die «Schwäbische Zeitung» berichtet, hätten sich schon 2400 Gläubiger gemeldet. Es sind zu einem grossen Teil Kunden von Topspeedracing, die das Geld für die Gutscheine bereits bezahlt haben, jedoch keine Gegenleistung erhalten haben.

     

    Schaden in Höhe von 350'000 Franken

     

    Unter den Gläubigern ist auch Dein Deal mit einer Forderung in der Höhe von 105'000 Franken. Die Ringier-Tochter habe diesen Beitrag im Frühjahr 2013 als Vorschuss für Rückerstattungen an Kunden geleistet, schreibt die «Handelszeitung». Derzeit ruht bei Topspeedracing der Geschäftsbetrieb, ein Insolvenzverfahren ist nicht ausgeschlossen.

     

    Sowohl im Fall von Topspeedracing als auch bei den Masshemden hat Dein Deal reagiert und den geprellten Kunden zumindest die eigene Kommission von 20 Prozent zurückerstattet – in Form von Dein-Deal-Gutscheinen. Der finanzielle Schaden aus diesem Fall wird von Dein Deal auf mindestens 200'000 Franken beziffert, Anwaltsverfahren noch nicht mit einberechnet. Im Fall Sartoriani rechnet Dein Deal mit einem finanziellen Schaden von mindestens 150'000 Franken.

     

    Die Reinigungsfirma, die nicht kann

     

    Nicht viel besser erging es Daniela Weber*: Sie erstand über Dein Deal einen Geschenkgutschein für ihre 80-jährige Mutter. Zweck: Fensterputzen. Als Weber den Gutschein einlösen wollte, hiess es, dass die Reinigungsfirma, deren Dienstleistung sie in Anspruch nehmen wollte, überbucht sei. Weber solle sich an eine anderen Firma wenden. «Schon lustig, dass ich als Kunde rumtelefonieren muss, weil die Firma nicht imstande ist, ihre Dienste zu leisten.»

     

    Weber fand zwar eine andere Firma, fixierte den Termin – doch niemand kam. «Ich wollte mein Geld zurück», sagt Weber. Dein Deail ignorierte Webers Anfragen. «Die schulden mir bis heute das Geld fürs Fensterputzen.» Weber hat dem Schnäppchenportal den Rücken gekehrt. Sie wolle keine weiteren Enttäuschungen mehr erleben.

     

    Dein-Deal-Gründer Adrian Locher wollte 20 Minuten nur schriftlich Antwort geben. Seit der Gründung der Plattform 2010 seien rund 12'000 Deals mit über 5000 Partnern und Lieferanten erfolgreich durchgeführt worden. Die Partner würden einer Prüfung unterzogen. So könne Dein Deal dubiose Angebote ausfiltern und von den 5000 Partnern würden heute nur 20 wegen Konkurs nicht mehr existieren. Das Prüfungsprogramm werde kontinuierlich ausgebaut, schreibt Adrian Locher.

     

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