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    Ärger und Reklamationen bei UPC Cablecom

    Der Telekomanbieter verschickte an zahlreiche Deutschschweizer auf gut Glück Rechnungen - obwohl diese gar keine Kunden waren. Auf diese Weise wolle man «Schwarzseher» aufspüren.

    Bericht 20Min.ch 11. Oktober 2013

     

    Die Cablecom ist unter Rechtfertigungsdruck. Wie die Basler Zeitung berichtet, verschickte das Telekomunternehmen an Hunderte Schweizer Wohnungsmieter Rechnungen über 275 Franken - doch die Empfänger waren gar keine Kunden. Der Grund für die Rechnungen, so die Basler Zeitung: Die Cablecom will verhindern, dass «Schwarzseher» das Grundangebot nutzen, ohne dafür zu bezahlen.

     

    «Willkommen bei Kabelfernsehen und -radio von UPC Cablecom», heisst es in dem Brief. Auch eine Referenznummer für die Empfänger gibt es bereits. Will man das Angebot nicht in Anspruch nehmen, «können Sie uns unter der Gratisnummer kontaktieren», heisst es weiter.

     

    Kein Marketingtrick

     

    Ein listiger Marketingtrick? Keineswegs, so Roland Bischofberger, Kommunikationschef des Unternehmens. «Das ist einfach ein notwendiger Verrechnungsprozess, der aber nur bei einem ganz geringen Teil aller Kunden überhaupt zustande kommt.»

     

    Seinen Ursprung habe das in der Tatsache, dass man die Signale für das Kabelfernsehen quasi auf Vorrat versende. So habe jeder Mieter grundsätzlich über eine Büchse Zugang zum Grundanschluss fürs Fernsehen. In der Regel werden die Grundgebühren, die dafür entstehen, über die Miet-Nebenkosten berechnet. «Nur in Ausnahmefällen überlassen die Vermieter diese Aufgabe den Bewohnern der Wohnungen selbst.»

     

    Nur bei Mieterwechsel

     

    Wenn es in solchen Situationen zu einem Mieterwechsel kommt und die Cablecom nicht über den Nachmieter und seine Anschluss-Wünsche informiert werde, dann müsse man diese Rechnungen versenden, so Bischofberger.

     

    275 Franken seien dabei der Jahresbetrag für den Fernsehanschluss. Der Prozess sei also schlicht nötig, um «Schwarzseher» aufzuspüren - die sich unter Umständen dessen selbst nicht bewusst sind. Wenn die Kunden dann das Angebot gar nicht nutzen wollen, reiche ein Anruf, und man «plombiere» den Anschluss - mache ihn also unnutzbar. Viele aber benutzen den Dienst eine ganze Weile gratis - und wollen auch weiter den Kabelanschluss besitzen.

     

    Keine genauen Zahlen

     

    Genaue Zahlen, wie viele Kunden solche Briefe erhalten hätten, gibt es nicht. Doch es sei nur ein Bruchteil, heisst es. «Und bisher haben wir auch noch keine Signale erhalten, dass die Kunden ein Problem damit haben», so Bischofberger.

     

    Konsumentenschützerin Sara Stalder äussert sich gegenüber der Basler Zeitung kritisch zum Thema. Die Rechnungen bezeichnet sie als «unlauter». Man solle daher einfach gar nicht reagieren. «Cablecom müsste bei einem Gerichtsfall beweisen, dass der Wohnungsmieter die Dienste der Cablecom in Anspruch genommen hat. Und das funktioniert nicht.»

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