Reklamationszentrale Schweiz
Tel. 0900 18 18 00 - ab 3. Min.
CHF 2.50/Min. ab CH-Festnetz

Di

21

Feb

2017

Unbestellte Ware mit Rechnung erhalten - was nun?

Obwohl Sie keine Lieferung erwarten, übergibt Ihnen der Postbote ein Paket. Gespannt öffnen Sie es und staunen nicht schlecht: Eine Firma hat Ihnen Ware zugestellt, die Sie gar nie bestellt haben – samt Rechnung!

mehr lesen 0 Kommentare

Do

02

Feb

2017

Swiss Point Sales: Abo-Ärger geht immer weiter

Es ist eine dreiste Masche, die die Firma Swiss Point Sales AG seit Jahren anwendet, um sich ungerechtfertigt zu bereichern. Sie verrechnet Abos für Magazine, die Leute nicht bestellt haben. Zahlen diese nicht, folgen Mahnungen und Betreibungs-Androhungen an der Grenze der Legalität.

mehr lesen 0 Kommentare

Mi

17

Aug

2016

Sind Mahnungen per E-Mail gültig?

Haben Sie schon einmal eine Betreibungsandrohung ohne Vorwarnung erhalten? Auf Anfrage beim Absender erhielten Sie die Antwort, man habe vorher zwei Mahnungen per E-Mail verschickt? Sind Mahnungen per E-Mail gültig und welche Mahngebühren dürfen verlangt werden?

mehr lesen 0 Kommentare

Mo

08

Aug

2016

So vermeiden Sie Probleme mit Hausrat- und Privathaftpflichtversicherungen

Immer wieder erhalten wir Anfragen zum Thema Ärger mit Versicherungen. Dabei geht es meist um Schadenfälle, welche die Hausrat- oder Privathaftpflichtversicherung abdecken sollte. Viele erleben ihr blaues Wunder, weil sie falsch oder ungenügend versichert sind und die Versicherung den Schaden nicht übernimmt. Deshalb ist eine regelmässige Anpassung an veränderte Lebensverhältnisse zwingend nötig, um böse Überraschungen zu vermeiden.

mehr lesen 0 Kommentare

Mi

22

Jun

2016

Dubiose Schlüsseldienste treiben ihr Unwesen

Wer nicht mehr in die Wohnung kann, braucht meist sofort Hilfe. Einige Schlüsseldienste nutzen das schamlos aus und zocken die Ausgesperrten ab. Sie gaukeln ihren Kunden im Internet vor, regionale Anbieter zu sein. Ruft der Kunde auf die 0800-er Nummer an, steckt dahinter meist ein Netz dubioser Anbieter.

mehr lesen 27 Kommentare

Mi

25

Mai

2016

Online Partnervermittlung: Vorsicht beim Internet-Dating

Im Internet finden sich zahlreiche Dating Seiten, welche die Suche nach dem passenden Partner erleichtern sollen. Doch aufgepasst: neben der grossen Liebe kann man bei solchen Plattformen auch auf grosse Probleme stossen. Wir sagen Ihnen, was Sie beachten müssen.

mehr lesen 0 Kommentare

Di

10

Mai

2016

Werbesperrliste: Datacom ist wieder aktiv

Datacom wirbt für ihre Werbesperrliste, indem die Firma selbst Werbeanrufe macht. Wer sich einmal darauf einlässt, erhält immer wieder neue Rechnungen. Zurzeit sorgt Datacom damit zum wiederholten Mal für grossen Ärger.

mehr lesen 1 Kommentare

Do

24

Mär

2016

Inkasso-Abriss: Verzugsschaden hat vor Gericht wenig Chancen

Inkassobüros gehen nicht zimperlich mit Schuldnern um. Und: Unter dem Begriff «Verzugsschaden» kassieren sie gnadenlos ab. Nicht selten verdoppelt sich wegen dieser Fantasiegebühr die ursprüngliche Forderung. So können Sie sich wehren.

mehr lesen 0 Kommentare

Mo

08

Feb

2016

Wie können Sie SMS- und Internet-Abofallen vermeiden?

Schnell stolpert man im Internet über eine SMS- oder Abofalle. Hier finden Sie nützliche Hinweise, wie Sie solche Fallen vermeiden und was Sie tun können, falls Sie bereits in eine getappt sind.

mehr lesen 0 Kommentare

Mo

11

Jan

2016

Wie verhalten Sie sich am besten bei nicht gerechtfertigten Rechnungen?

Immer wieder kontaktieren uns Konsumenten, die eine nicht gerechtfertigte Rechnung erhalten haben. Oder sie wissen nicht, um was es sich bei den verrechneten Leistungen handelt. Es lohnt sich, die Forderungen genau zu prüfen.

mehr lesen 0 Kommentare

Do

03

Dez

2015

Urteilsfähigkeit und Handlungsfähigkeit

Das Erwachsenenschutzrecht soll Menschen schützen, die wegen einer geistigen Behinderung, einer psychischen Störung oder einem anderen Schwächezustand nicht in der Lage sind, ihre Rechte und Pflichten genügend wahrzunehmen. Bevor die Massnahmen der Selbstvorsorge und die behördlichen Massnahmen im Einzelnen vorgestellt werden, ist es nötig, kurz die Begriffe der Urteilsfähigkeit (bzw. Urteilsunfähigkeit) und der Handlungsfähigkeit (bzw. Handlungsunfähigkeit) zu erläutern und darzulegen, welches die Folgen fehlender Urteils- und Handlungsfähigkeit sind.

mehr lesen 0 Kommentare

Di

01

Dez

2015

Adressbuchschwindler, Gewinnversprechen und dubiose Angebote

Wie erkennen Sie eine Konsumentenfalle? Lassen Sie sich nicht hereinlegen bei falschen Gewinnversprechen oder listigen und lockenden Angeboten.

mehr lesen 0 Kommentare

Mi

25

Nov

2015

Häufig gestellte Fragen zum Vertragsrecht

Das Eidgenössisches Büro für Konsumentenfragen BFK beantwortet die wichtigsten Fragen zum Vertragsrecht.

mehr lesen 0 Kommentare

Mi

18

Nov

2015

Privatkredite und Kreditvermittler. Betrug oder echt? Oder einfach Kundenvermittler für Finanzsanierer? Fakt ist, dass sie von diesen Firmen kein Geld erhalten

Seit einigen Monaten häufen sich bei uns Anrufe von Betroffenen, die auf Firmen reingefallen sind, bei denen es sich anscheinend um faire Kreditvermittler handelt. Dabei sind diese Firmen lediglich Vermittler und leiten verzweifelte Kunden für eine Gebühr (die meist im Voraus bezahlt werden muss) an sogenannte Finanzsanierer oder Schuldensanierer weiter. Oft geraten die Kunden dadurch noch tiefer in die Schuldenfalle.

mehr lesen 101 Kommentare

Fr

30

Okt

2015

Dating-Websites führen in die Falle

Fast unkündbar, automatisch verlängertes Abo, Drohungen der Firmen: Der Fall von Heyo Heyen zeigt, wie die Liebe im Web zum Albtraum wird.

mehr lesen 0 Kommentare

Mi

23

Sep

2015

Nie mehr Telefonterror von nervigen Call-Centern

Werbeanrufe sind mehr als lästig, lassen sich aber verhindern. Mit diesen Tipps machen Sie den Call-Centern einen Strich durch die Rechnung.

mehr lesen 0 Kommentare

Di

15

Sep

2015

Diese Beratungsstellen helfen Ihnen bei Schulden

Fachstellen für Schuldenfragen, Musterbudgets, Vermittlung von Adressen regionaler Beratungsstellen, Anfragen zum Verkehr mit Bankinstituten sowie zu Steuern und Vermögen.

mehr lesen 3 Kommentare

Do

20

Aug

2015

Billag-Mehrwertsteuer: Es gibt kein Geld zurück

Das Bakom hat beschlossen, dass die Mehrwertsteuer auf die Radio- und TV-Empfangsgebühren rückwirkend nicht zurückerstattet wird.

mehr lesen 0 Kommentare

Mi

19

Aug

2015

Label gegen Telefonterror bei Krankenkassen

Werbeanrufe für Krankenkassen sind lästig. Die Branche will das Problem per Selbstverpflichtung in den Griff bekommen.

mehr lesen 3 Kommentare

Mo

10

Aug

2015

Das Wichtigste zum Reiserecht

Ferien sollten ja bekanntlich die schönste Zeit des Jahres sein. Oft sorgen jedoch Flugverspätungen, Flugannullationen, Flugplanänderungen, Überbuchungen im Hotel, Gepäckverlust oder eine Überbuchung im Hotel oder eine mangelhafte Unterkunft für Ärger. Hier finden Sie wichtige Informationen zu Ihren Rechten, Kundengeldsicherungen, Annullationskostenversicherung, Krankenkasse und Unfallversicherung.

mehr lesen 0 Kommentare

Mi

01

Jul

2015

Was Inkassobüros nicht dürfen

Inkassobüros sind private Unternehmen, die im Auftrag verschiedener Unternehmen deren Forderungen eintreiben. In der Regel auf Erfolgsbasis und ohne zu prüfen, ob eine Forderung überhaupt berechtigt ist. Viele solcher Inkassobüros gehen unzimperlich und mit zweifelhaften Methoden ans Werk

mehr lesen 0 Kommentare

Mi

01

Jul

2015

Bund warnt vor Billig-Angeboten im Internet

Unseriöse Online-Shops verführen Schnäppchenjäger mit gefälschter Ware. Eine Kampagne warnt nun vor der fiesen Masche der Händler.

mehr lesen 0 Kommentare

Di

30

Jun

2015

Konzert abgesagt - erhalte ich mein Geld zurück?

Die Vorfreude auf das Konzert ist riesig und die Tickets haben Sie schon lange im Voraus gekauft. Doch ein paar Tage vor dem Event die grosse Enttäuschung - das Konzert wurde abgesagt. Was passiert nun mit den Tickets? Müssen Sie ein Ersatzdatum akzeptieren oder gibt es einen Rückerstattungsanspruch?

mehr lesen 0 Kommentare

Fr

26

Jun

2015

SP-Ständerätin will Telefonterror stoppen

Werbeanrufe aufs Handy nehmen stark zu, doch den Behörden sind die Hände gebunden. SP-Ständerätin Anita Fetz will gegen lästige Anrufe vorgehen und fordert nun ein striktes Verbot.

mehr lesen 0 Kommentare

Do

25

Jun

2015

Die Macht der Kundschaft

Ein professioneller Umgang mit Reklamationen hilft den Kunden und den Unternehmen. Dafür muss sich aber die Denkweise in vielen Firmen ändern.

mehr lesen 0 Kommentare

Mo

15

Jun

2015

Verlorene Pakete ärgern Post-Kunden am meisten

Die Anzahl Beschwerden bei der Post hat deutlich abgenommen. Ein Lob gibt es von der Postkommission auch betreffend Pünktlichkeit.

mehr lesen 0 Kommentare

Di

02

Jun

2015

MwSt-Rückerstattung: So bekommen Sie von der Billag Ihr Geld zurück

11.30 Franken haben Sie mit der letzten Billag-Rechnung zu viel bezahlt. Der Konsumentenschutz hilft nun, das Geld zurückzufordern.

mehr lesen 0 Kommentare

Mi

06

Mai

2015

Good News für Opfer der Obligo AG

Das Geschäftsgebaren der Obligo AG (ehemals PayPay AG) beschäftigt uns bereits seit Monaten. Unzählige Betroffene wenden sich an uns, da sie Rechnungen für angeblich am Handy abgeschlossene Porno-Abos erhalten haben. Dass wir uns seit Beginn für die Betroffenen eingesetzt haben, missfiel Obligo AG und versuchte uns deshalb einzuschüchtern. Obligo AG klagte sogar gegen unseren Rechtsanwalt der Dextra Rechtsschutz AG aber musste vor dem Kantonsgericht Schwyz eine herbe Niederlage einstecken.

mehr lesen 4 Kommentare

Di

10

Feb

2015

Neues Bundesgericht macht Schluss mit Betreibungs-Missbrauch

Inkassobüros mit ihren nicht gerechtfertigten Mahnspesen und Verzugskosten werden ein lukratives Geschäftsfeld verlieren. Diese Gebühren betreiben sie oft auch noch, nachdem die Grundforderung längst beglichen ist. 

mehr lesen 0 Kommentare

Di

10

Feb

2015

Sie haben eine nicht gerechtfertigte Betreibung erhalten. Was nun?

Das schweizerische Schuldbetreibungs- und Konkursrecht lässt es zu, dass jeder gegen jeden eine Betreibung einleiten kann. Selbst wenn die Forderung nicht gerechtfertigt ist. 

mehr lesen 0 Kommentare

So

25

Jan

2015

Business Academy treibt alte «Schulden» ein

So wehren Sie sich gegen bedrohlich klingende Mahnungen von Business Academy, die Betroffene vom Inkassounternehmen Fairpay Riskmanagement erhalten. Andere Namen - gleiche Masche. Die Business Academy hat übrigens mehrfach ihren Namen geändert. Eternicom, Maximus oder Lunidan Ltd. operieren nach dem selben Muster.

mehr lesen 0 Kommentare

Di

23

Dez

2014

Sex-Abo-Fallen: Der Bund will, dass die Staatsanwaltschaft weiter gegen PayPay AG und Obligo AG ermittelt

Das Geschäftsgebaren der Inkassofirmen Paypay AG und Obligo AG soll genauer unter die Lupe genommen werden. Dies verlangt das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), das nach vielen Beschwerden von Smartphone-Nutzern geklagt hatte.

mehr lesen 0 Kommentare

Di

16

Dez

2014

Sind Sex-Abo-Fallen nur Einbildung? Schwyzer Staatsanwalt stellt Ermittlungen ein

Die Staatsanwaltschaft March im Kanton Schwyz hat verfügt, dass keine Untersuchung eingeleitet wird. Es lägen «keine Hinweise auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten» vor. Noch ist der Entscheid nicht rechtskräftig.

mehr lesen 0 Kommentare

Mo

15

Dez

2014

Tipps gegen ungewollte Preselection-Verträge

Und plötzlich war da ein Vertrag. Anbieter von Preselection-Angeboten locken mit hartnäckiger Telefonwerbung immer wieder neue Opfer in die Falle. Hier erfahren Sie, wie Sie sich vor mündlichen Verträgen schützen und wie Sie einen ungewollten Vertrag anfechten.

mehr lesen 0 Kommentare

Mo

15

Dez

2014

Fiese Telefonanbieter: So tappen viele in die Falle

Man wird und wird sie nicht los: Telekomanbieter, die telefonisch Abonnemente verkaufen. Viele schliessen ungewollt einen neuen Vertrag ab. Beschwerden zu Firmen wie Primacall und Suissephone nehmen stark zu.

mehr lesen 0 Kommentare

Sa

06

Dez

2014

«Herr Giezendanner wusste von den unsauberen Machenschaften der Branche und hat nichts dagegen unternommen»

Sara Stalder von der Stiftung für Konsumentenschutz nimmt kein Blatt vor den Mund: Im Gespräch mit watson kritisiert sie das fiese Geschäft mit ungewollten Sex-Abos für Handybesitzer und sagt, warum Strafanzeigen nicht genügen. 

mehr lesen 0 Kommentare

Do

04

Dez

2014

Sexanbieter auf dem Handy: der Bund klagt gegen dubiose Inkassofirmen - ins Straucheln gerät ein bekannter Lobbyist

Ausgerechnet ein Stiftungsrat der Schlichtungsstelle Telekommunikation geschäftet mit einer dubiosen britischen Firma, die Sexseiten betreibt. Der Mann ist auch im Bundeshaus kein Unbekannter.


Obligo AG und PayPay AG

Quelle: Bericht von Daniel Schurter auf www.watson.ch (03.10.2014


mehr lesen 0 Kommentare

Mo

17

Nov

2014

Beschwerdeflut wegen Handyfallen

Ein Konsumentenschützer registriert eine explosionsartige Zunahme von Reklamationen wegen unwissentlich abgeschlossener Sexfilm-Abos. Der Präsident einer beschuldigten Firma kritisiert nun die Handynutzer.

mehr lesen 0 Kommentare

Do

13

Nov

2014

«Bei diesem Geschäftsmodell denkt jeder an Betrug»

Hunderte Handy-Nutzer erhalten Rechnungen für Sexfilm-Abos, die sie gar nicht lösen wollten. Anwalt Peter Dähler hatte schon zig Beschwerden auf dem Tisch – und sagt, wie er Druckversuchen der Branche widersteht.

mehr lesen 0 Kommentare

Mi

12

Nov

2014

Swisscom geht gegen Sex-Anbieter auf dem Handy vor

Viele Smartphone-Nutzer tappen in Sex-Abo-Fallen. Dem Ombudsmann sind die Hände gebunden.

mehr lesen 0 Kommentare

Mo

14

Apr

2014

Vorsicht bei Rechnungen der PayPay AG und Pulsira Ltd.

Seit Anfang 2014 erhalten wir vermehrt Anrufe von besorgten Konsumenten, welche ungerechtfertigte Rechnungen der PayPay AG aus Lachen (SZ) erhalten. Auf den Rechnungen sind angebliche Sexfilm-Abonnements fürs Handy aufgelistet, welche die Betroffenen mit der Pulsira Ltd. abgeschlossen haben sollen.

mehr lesen 2 Kommentare

Fr

03

Jan

2014

Geschenkdienst Smartbox verärgert Kunden

Wer zu Weihnachten eine Smartbox geschenkt bekommen hat, könnte sich freuen – eigentlich. Doch die Gutscheine in der Box verfallen schon nach 18 Monaten.

Quelle: 20min.ch vom 02. Januar 2014

mehr lesen 0 Kommentare

Do

31

Okt

2013

Reklamationen - Online-Shopping, Online-Kunden, Gesetzeslage im E-Commerce

Eine Ombudsstelle für E-Commerce soll im November 2013 entstehen, um Streitigkeiten zwischen Online-Kunden und Händler zu schlichten.

Bericht schweizmagazin.ch vom 30.10.2013

 

Ab 1. November soll in der Schweiz eine neue Ombudsstelle E-Commerce bei Streitigkeiten zwischen Online-Händlern und Kunden schlichten. 84 Prozent der Internetnutzer begrüssen diese Einrichtung, wie eine Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch ergab. Jeder achte Online-Shopper hat beim Kauf von Produkten und Dienstleistungen im Internet schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht. Ausserdem: Zwei Drittel der Internetnutzer kennen die aktuelle Gesetzeslage bei Online-Einkäufen nicht.

 

Immer mehr Schweizer Internetnutzer gehen immer öfter via Computer oder Smartphone auf Shoppingtour. Der Umsatz der E-Commerce-Branche hierzulande kletterte einer Studie der Universität St.Gallen zufolge im vergangenen Jahr erstmals über die 10- Milliarden-Franken-Marke. Doch mit der wachsenden Zahl der Bestellungen häufen sich auch Komplikationen, Reklamationen und Ärger: Um bei Streitigkeiten zwischen Händlern und Kunden rechtzeitig zu vermitteln, bevor der Konflikt vor Gericht eskaliert, eröffnen der Verband des Schweizer Versandhandels und das Konsumentenforum kf am 1. November nach österreichischem Vorbild eine Ombudsstelle für E-Commerce.

 

Unzufriedenheit trotz Reklamation 84 Prozent der Schweizer Internetnutzer finden die Einrichtung dieser Schlichtungsinstanz hilfreich – ganz gleich, ob sie selbst schon einmal schlechte Erfahrungen bei Online-Einkäufen ge- macht haben oder nicht. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage, die das Link Institut Mitte Oktober im Auftrag des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch durchführte. Befragt wurden 1227 Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren. Gemäss der Untersuchung ist das Shoppen im Internet weit verbreitet. 89 Prozent aller Schweizer Internetnutzer haben bereits Produkte, Tickets oder Reisen in einem Online-Shop gekauft oder gebucht. In der Deutschschweiz sind es 90 Prozent, in der Westschweiz 88 Prozent und im Tessin nur 72 Prozent.

Von 100 Online-Shoppern haben bislang 12 schlechte Erfahrungen beim Interneteinkauf gemacht. 8 haben daraufhin reklamiert. 6 gaben an, die Reklamation sei nicht zu ihrer Zufriedenheit abgewickelt worden. Allerdings ist nicht einmal ein Prozent der Schweizer Online Shopper schon so weit gegangen, einen Anwalt einzuschalten. Mit Abstand am häufigsten bemängelt wurden die Lieferung falscher oder beschädigter Produkte sowie die Lieferzeit, gefolgt von der Abwicklung der Bezahlung und dem Kundendienst.

 

Grosse Unwissenheit in punkto Rückgaberecht

 

Zur Stärkung der Konsumentenrechte diskutiert die Schweizer Politik über die Einführung eines gesetzlichen Rückgaberechts für Online-Einkäufe, wie es in vielen europäischen Staaten vorhan- den ist. Doch wie bekannt ist überhaupt die aktuelle Regelung? Dazu wurden den Befragten meh- rere Antwortmöglichkeiten vorgelegt. Das Ergebnis (siehe Grafik): 43 Prozent gehen fälschlicher- weise davon aus, es gebe bereits ein gesetzlich fixiertes Rückgaberecht, 26 Prozent konnten nichts dazu sagen. Unterm Strich wissen zwei Drittel nicht, dass nach aktueller Gesetzeslage jeder Händler selbst festlegen darf, ob er ein Widerrufsrecht anbietet oder nicht. Die jüngeren Befragten bis 29 Jahre wussten über die derzeitige Rechtslage besser Bescheid (40 Prozent) als die älteren (29 Prozent).

 

Ralf Beyeler, Projektleiter Detailhandel bei comparis.ch, rät: «Viele Schweizer Online-Shops bieten inzwischen ein Rückgaberecht an und heben sich somit von ihren Mitbewerbern ab. Wem die Möglichkeit zum Umtausch wichtig ist, sollte sich vor dem Einkaufen informieren. Wenn es ein  grosses Bedürfnis der Kunden ist, erhöht sich der Druck auf andere Firmen, eine Rückgabemöglichkeit anzubieten. Und dies ohne gesetzlichen Zwang.»

 

«Vielen Online-Shoppern fehlt es an Kompetenz» Der Geschäftsführer des Konsumentenforums kf , Michel Rudin, sagt: «Die Umfrage zeigt, dass Kunden beim Internet-Einkauf doch mehr Probleme haben, als ich angenommen habe. Vielen Online-Shoppern fehlt es noch an Kompetenz auf dem recht jungen E-Commerce-Markt. Sie kennen leider ihre Rechte, aber auch Pflichten nicht. Sie informieren sich viel zu wenig, bevor sie online etwas kaufen. Oft sind sie unsicher und scheuen sich, sich gegen ungerechtfertigte Forderungen zu wehren, vor allem bei einem geringen Streitwert. Ziel unserer Ombudsstelle muss es sein, eine Brücke zwischen Kunden und Händlern aufzubauen.»

0 Kommentare

Do

31

Okt

2013

Inkassobüro stellt Schuldner an den Internetpranger

Ahnungslose angebliche Schuldner wurden von einem Inkassobüro aus Lenzburg im Internet an der Pranger gestellt.

mehr lesen 0 Kommentare

Fr

18

Okt

2013

Wütende Bankkunden - Rückforderungen der Retrozessionen

Anleger beissen beim Versuch die Retrozessionen einzufordern auf Granit

Bericht Tagesanzeiger vom 17.10.2013

 

Die Klagen kommen aus der ganzen Schweiz und betreffen fast alle Banken. Sie stammen von Leuten mit Anlagevermögen von einigen Zehntausend bis mehreren Millionen Franken. Sie alle sind beim Versuch abgeblitzt, Retrozessionen zurückzufordern. Das sind Kommissionen, die Banken und Vermögensverwalter beim Vertrieb und Halten von Anlageprodukten kassieren.

 

Gemäss Bundesgerichtsurteil gehört dieses Geld den Kunden. Doch diese laufen mit der Rückforderung bei den Banken auf. Zurück bleibt Verbitterung und Wut: «Auch ich bin einer jener Davids, die gegen Goliath kämpfen», schreibt ein Betroffener. Ein anderer: «Ohne Rechtsbeistand ist es schwierig. Man fühlt sich irgendwie verarscht. So lässt man sich von einem Partner nicht gerne behandeln.»

 

Verjährungsfrist

 

Zentraler Streitpunkt ist die Verjährungsfrist. Das Bundesgericht hat diese Frage in seinem Urteil vom 30. Oktober 2012 nicht geklärt. Die Banken machen sich diesen Umstand zunutze. Im Gegensatz zu vielen unabhängigen Juristen machen sie eine Verjährungsfrist von nur fünf Jahren geltend. Das hat zur Folge, dass die Banken an ihre Kunden keine Kommissionen zurückerstatten, die vor 2008 geflossen sind. Die Banken bestimmen also, wie das Recht auszulegen ist. Wer damit nicht einverstanden ist, muss klagen. Eben: David gegen Goliath. Die Banken wissen, dass die wenigsten sich trauen, dieses Risiko auf sich zu nehmen.

 

Die Hausjuristen der Zürcher Kantonalbank empfehlen dem Journalisten zwei juristische Publikationen zur Lektüre. Beide machen sich für eine fünfjährige Verjährungsfrist stark. Das erstaunt wenig, wenn man den Hintergrund der Autoren kennt – vor allem jenen von Flavio Romerio. Anwalt Romerio ist Partner in der Zürcher Wirtschaftskanzlei Homburger. Er berät unter anderem die Kantonalbanken von Zürich und Basel und Julius Bär im Steuerkonflikt mit den USA. Die Kanzlei erhält immer wieder lukrative Mandate von Banken. Romerio ist verheiratet mit Isabelle Romy, auch sie Wirtschaftsanwältin und Mitglied des Verwaltungsrates der UBS. Romerios Nähe zur Bankenwelt ist offensichtlich. Sein Mitautor, Claudio Bazzani, arbeitet ebenfalls für Homburger.

 

Die Autoren der zweiten Publikation, Beat Mathys und Vito Roberto, sind als Partner beziehungsweise Konsulent für Baker & McKenzie tätig, eine der grossen weltweit operierenden Wirtschaftskanzleien. Auch Baker & McKenzie ist immer mal für Schweizer Banken tätig. Dessen ungeachtet heisst es bei der ZKB, dass man «nach Studium der verschiedenen Lehrmeinungen» der Auffassung sei, dass die Argumente der genannten Autoren überzeugten.

 

Verzicht auf Rückerstattung

 

Viele Banken machen einen Verzicht auf Rückerstattung ihrer Kunden geltend. Diese hätten aus freien Stücken ihren Verzicht auf Entschädigungen bekundet. Tatsache ist, dass die meisten Banken nach einem ersten Bundesgerichtsurteil im Jahr 2006 solche Verzichtsbestimmungen in ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) aufgenommen haben. Nach der Ein- schätzung bankunabhängiger Juristen ist das rechtlich irrelevant. Die Berner Rechtsprofessorin Susan Emmenegger hielt bereits 2007 fest, dass «die AGB keine genügende Grundlage für einen gültigen Herausgabeverzicht bieten». Dennoch lehnen Banken wie Pictet oder Coutts die Rückzahlung von Kommissionen mit dem Hinweis auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen ab.

Ähnlich beruft sich die Credit Suisse auf einen «informierten Verzicht auf Entschädigungen». Sie händigt den Kunden Papiere aus, welche die Obergrenzen von den Kommissionen verschiedener Produktkategorien auflisten. Je nach Kategorie lag diese Obergrenze im Jahr 2009 zwischen 1,5 und 3,5 Prozent des Anlagevolumens. Die blosse Zustellung dieses Papiers an den Kunden gilt nach Lesart der Credit Suisse als Verzicht des Angeschriebenen auf Rückzahlung der Kommissionen. Die Bank weist mit dieser Argumentation Forderungen von Kunden ab.

 

Das Bundesgericht hielt demgegenüber in seinem Urteil fest, es reiche nicht aus, wie von der beklagten UBS behauptet, «dass die maximal mögliche Höhe der Vertriebsentschädigung bekannt sei». Für einen gültigen Verzicht auf Rückerstattung der Kommissionen müsse der Bankkunde «die Parameter kennen, die zur Berechnung des Gesamtbetrags der Bestandespflegekommissionen notwendig sind und einen Vergleich mit dem vereinbarten Vermögensverwaltungshonorar erlauben». Dazu gehören gemäss Bundesgericht «die Eckwerte der bestehenden Vereinbarungen mit Dritten sowie die Grössenordnung der zu erwartenden Entschädigungen». Ein Verzicht auf Rückerstattung der Kommissionen ist also dann rechtens, wenn der Kunde im Voraus weiss, auf wie viel Geld er verzichtet.

 

Darauf hingewiesen, dass die Credit Suisse den Kunden gegenüber weder die vom Bundesgericht verlangten Parameter zur Berechnung der Kommissionen bekannt gibt noch die Eckwerte der Verträge mit Dritten, bleibt die Bank eine Antwort schuldig. Sie lässt nur verlauten, sie sei «bezüglich Entschädigungen wie Retrozessionen und Bestandespflegekommissionen seit Jahren transparent». Weiter teilt die CS mit: «Fragen, die sich im Zusammenhang mit dem jüngsten Bundesgerichtsentscheid stellen, nimmt sie im direkten Kontakt mit den Kunden auf.» Die dabei gemachte Erfahrung fasst ein Credit-Suisse-Kunde so zusammen: «Angesichts der geballten Macht der Banken und ihrem rechtsverachtenden Einsatz erscheint ein Weiterverfolgen der Angelegenheit sinnlos.» Der Kunde resigniert. Damit hat die Bank eine weitere Rückforderung abgewehrt, aber gleichzeitig einen neuen unzufriedenen Kunden geschaffen.

 

Gesprächstherapie à la UBS

 

Eine besondere Strategie, Rückerstattungsforderungen von Kunden abzuwimmeln, verfolgt die UBS. Übereinstimmend berichten Betroffene, sie seien von ihren Beratern zu einem Gespräch gedrängt worden. «Dieses Gespräch war ein Trauerspiel», berichtet ein UBS-Kunde. Eine Frau sagt: «Ich vertrödelte meine Zeit mit nicht sehr aussagekräftigen Infos.» Die Berater erzählen den Kunden, sie hätten nichts Unrechtes getan, es würden im Nachhinein die Spielregeln geändert, es sei legitim, dass die Bank für ihre Leistungen entschädigt würde, indirekt hätte die Bank die Kommissionen den Kunden über einen günstigen Mandatspreis bereits zukommen lassen. Das sind samt und sonders Argumente, die rechtlich nicht relevant sind. Das Bundesgericht hat entschieden, dass die Kommissionen den Kunden und nicht den Banken gehören.

Hartnäckigen Kunden pflegen die UBS-Berater minimale Entschädigungsangebote zu machen. Einer Frau boten sie die Rückerstattung der Kommissionen des Jahres 2008 an. Ihr Kommentar: «Diese lustige Rechnung konnten sie mir nicht näher erklären und auch nicht, wie die Berechnungen gemacht wurden. Das sei kompliziert und vertraulich.» Einem Kunden, der aus Verärgerung den grossen Teil seines Vermögens zu einer anderen Bank transferiert hatte, bot die UBS die Erstattung der Hälfte der Retrozessionen an für den Fall, dass er sein Geld zur UBS zurückbringe. «Ein kläglicher Vorschlag», sagt der Kunde.

 

Hinhaltetaktik

 

Verbreitet ist die Hinhaltetaktik. Zum Teil warten Kunden monatelang auf Antwortschreiben der Banken. Eine UBS-Kundin berichtet, bei einem Treffen im Juli habe man ihr versprochen, die Kommissionen für das Jahr 2008 auszurechnen und den Betrag zu überweisen. «Seither habe ich nichts mehr gehört. Ich schätze, dieses eine Jahr wird auch bald verjährt sein.»

Krass ist der Fall eines ZKB-Kunden. Anfang Mai bat er die Bank schriftlich um Auskunft über ihm zustehende Kommissionen. Sein Berater habe ihm seither wiederholt eine Antwort in Aussicht gestellt. «Bis heute habe ich keine Stellungnahme erhalten.» Bei der ZKB heisst es: «Dass ein Kunde der Zürcher Kantonalbank nach Ihren Angaben keine Antwort erhalten haben soll, ist unerklärlich und entspricht nicht den Qualitätskriterien der Zürcher Kantonalbank im Umgang mit Beschwerden.»

 

Ein Mann, der sich sowohl von der UBS als auch von der Thurgauer Kantonalbank unkorrekt abgefertigt fühlt, schreibt: «Eigentlich müsste man die Bank wechseln. Aber es haben sich wohl alle in dieser schäbigen Art verhalten.» Tatsächlich ist die Liste der Banken, über die dem «Tages-Anzeiger» Klagen vorliegen, umfassend. Neben Gross- und Kantonalbanken sind Privatbanken wie Julius Bär, Vontobel oder Linth darunter, ebenso Raiffeisen und die VZ Depotbank. Die ganze Branche scheint sich zu weigern, den Geist des Bundesgerichtsurteils umzusetzen.

 

Eine löbliche Ausnahme

 

Eine Frau schreibt: «Ohne mir bewusst zu sein, dass ich überhaupt Anrecht auf eine solche Rückerstattung hätte, hat mir die Bank kürzlich völlig unaufgefordert 1500 Franken als Retrozessionsbeitrag überwiesen!» Das Geld kam von der Migros-Bank. Das Institut hatte schon in der Jahresrechnung 2012 für die Rückerstattung von Kommissionen 4,2 Millionen Franken zurückgestellt. Die Bank anerkennt eine Verjährung von zehn Jahren und zahlt die Entschädigung unaufgefordert. Gemäss Sprecher Albert Steck sind bis heute mehr als 4 Millionen Franken ausbezahlt worden. Die Migros-Bank habe das Verfahren durch einen Revisor prüfen lassen.

0 Kommentare

Do

17

Okt

2013

Inkassolution droht unbescholtenen Kunden mit Betreibung

Das Inkasso-Büro Inkassolution will offene Rechnungen eintreiben, die entweder schon lange bezahlt wurden oder frei erfunden sind.

mehr lesen 0 Kommentare

Do

17

Okt

2013

Visa, Mastercard, Cornercard und Co. Bezahlen, reklamieren und stornieren

Mit Kreditkarte zu zahlen kann sich lohnen, weil man gewisse Belastungen später rückgängig machen kann. Etwa, wenn bestellte Ware nicht geliefert oder der gebuchte Flug annulliert wird.

Bericht Tagesanzeiger.ch vom 14.10.2013

 

«Europcar Autovermietung Portugal, 410.45 Franken» stand auf der Kreditkartenrechnung von Patrick Huber *. Der Inhaber einer Visa-Karte von Cornèrcard wunderte sich, denn für das Mietauto an der Algarve hatte er längst bezahlt. Er beanstandete daher den Betrag mit dem entsprechenden Formular. So stellte sich heraus, dass die nachträgliche Belastung wegen eines Kratzers auf einem Türgriff erfolgt war. «Diesen Kratzer habe ich nicht verursacht und hatte auch keine Möglichkeit, ihn bei der Fahrzeugübernahme zu bemängeln», schrieb Huber an Cornèrcard. Auch habe er nie für diesen Betrag unterschrieben.

 

Der Hintergrund: Beim Fahrzeug handelte es sich um einen Ersatz für den von einer Panne betroffenen ursprünglichen Mietwagen. «Der Mitarbeiter der Transportfirma, der das Auto auf einem Lastwagen anlieferte, sprach kein Wort Englisch, hielt mir ein paar Papiere zur Unterschrift hin und verschwand wieder», erinnert sich Huber. Auf Schäden habe man den Wagen nicht untersucht.

 

Cornèrcard tat, was Kreditkartenfirmen in solchen Fällen meistens tun: Die Firma stornierte die Belastung provisorisch. «Das machen wir immer dann, wenn die vom Kunden eingesandten Unterlagen wie Verträge, Schriftverkehr mit dem Händler etc. aus unserer Sicht eine Beanstandung rechtfertigen», erklärt Daniela Gampp von Cornèrcard. Gleichzeitig leiten die Kartenherausgeber ein sogenanntes Chargeback-Verfahren ein.

 

Visa und Mastercard als Richter

 

Dieses Verfahren läuft hinter den Kulissen ab und ist für die Kunden kaum durchschaubar. Zunächst wird die Reklamation an den Zahlungsabwickler (Acquirer) des Händlers weitergeleitet. Dieser muss beweisen, dass der Betrag zu Recht belastet wurde. Weist der Acquirer die Reklamation zurück, geht das Spiel in die zweite Runde. Wenn beide Seiten – Herausgeber und Acquirer – weiterhin auf ihren Ansichten beharren, kommt es zum Showdown: «Die Kartenorganisationen Mastercard respektive Visa schalten sich in der Rolle eines Friedensrichters ein», sagt Karin Aquilino von der UBS-Medienstelle. Der Schiedsspruch ist verbindlich, die unterliegende Partei muss die Kosten tragen.

 

Welche Regeln dabei zur Anwendung kommen und welche Beanstandungsgründe überhaupt zulässig sind, wollten die grossen Schweizer Kartenherausgeber auf Anfrage nicht verraten. Der mehrere Hundert Seiten dicke «Chargeback Guide» von Mastercard ist allerdings online zugänglich, wenn auch nur auf Englisch.

 

Falls die Kartenherausgeberin in diesem Verfahren unterliegt, heisst das noch nicht, dass sie dem Kunden den Betrag auch wieder belastet. «Wird der Chargeback-Prozess bis zur letzten Konsequenz geführt, besteht in der Regel auf beiden Seiten die feste Überzeugung, im Recht zu sein. Aus diesem Grund und weil das Verfahren mehrere Monate dauert, ist es eher unwahrscheinlich, dass wir bei einem negativen Entscheid die Transaktionssumme dem Karteninhaber erneut in Rechnung stellen», sagt Christine Gebhard, Mediensprecherin von Viseca. Auch andere Anbieter geben an, dass sie beanstandete Beträge zum Teil aus Kulanz übernehmen. Wenn eine provisorische Stornierung definitiv wird, erfahren die Kunden in der Regel nichts davon. Auch Patrick Huber hörte nichts mehr von Cornèrcard.

 

«Es war schmuddelig»

 

Zuweilen lehnen Kreditkarteninstitute eine Stornierung aber auch ab, nämlich dann, wenn sie ihren Kunden im Unrecht sehen. So weigerte sich Viseca, eine Zahlung von Peter Hunziker * an einen Zürcher Fitnessclub rückgängig zu machen. Hunziker hatte den Club ermächtigt, den Mitgliederbeitrag von monatlich 115 Franken jeweils seiner Mastercard zu belasten, wollte dann aber vorzeitig aussteigen. «Der Zustand des Clubs wurde immer prekärer. Es war schmuddelig, nötige Reparaturen wurden nicht ausgeführt, Reklamationen schubladisiert», klagt er.

 

Dafür hatte Viseca kein Gehör: «Die Dienstleistung wurde bisher vertragskonform erbracht, der Zutritt zu den Räumlichkeiten sowie die Nutzung der Einrichtungen ist für Sie weiterhin möglich», liess sie ihn wissen. Deshalb müsse er die Raten bis zum Ablauf des Fitnessabos weiterzahlen. Das brachte Hunziker in Rage: «Es ist doch nicht Aufgabe einer Kartenfirma, sich zur Gehilfin eines Dritten zu machen und sich ohne Rücksprache mit dem Kunden als dessen Anwalt aufzuspielen.»

 

«In der Tat geraten Kartenherausgeber bei Beanstandungen in eine heikle Richterrolle», bestätigt ein Brancheninsider. Die Herausgeber selber sehen sich eher in der Rolle eines Anwalts für ihre Kunden. «Wenn jemand eine Transaktion als ungerechtfertigt erachtet und das plausibel begründen kann, setzen wir uns voll dafür ein, dass er den Betrag zurückerstattet erhält», verspricht etwa UBS-Sprecherin Karin Aquilino. Im Kleingedruckten der Kartenfirmen ist dieser Einsatz für den Kunden nicht vorgesehen, im Gegenteil: Dort sichern sich die Firmen mit dem Hinweis ab, der Karteninhaber müsse Meinungsverschiedenheiten direkt mit dem Händler regeln – die Monatsrechnung sei gleichwohl fristgerecht zu bezahlen.

 

Keine Ware, keine Belastung

 

Rückfragen bei Cornèrcard, Postfinance, Swisscard, UBS und Viseca zeigen nun aber, dass Kartenzahler in einigen Fällen gute Chancen haben, eine Belastung auf der Kreditkartenrechnung rückgängig zu machen:

 

Ware wird nicht geliefert. Wer zum Beispiel im Internet etwas bestellt und bezahlt, kann die Transaktion bei seiner Kartenfirma beanstanden, wenn die Ware nicht eintrifft. Die Kartenfirma verlangt dann vom Händler den Nachweis, dass sie geliefert wurde. Kann er diesen Beweis nicht erbringen, wird die Belastung definitiv storniert.

Airline annulliert gebuchten Flug. Dieser Fall gehört ebenfalls in die Kategorie «nicht erbrachte Leistung» und berechtigt den Karteninhaber zu einer Stornierung. Das gilt auch dann, wenn er ein Umbuchungsangebot der Fluggesellschaft abgelehnt hat.

Kunde tritt zurück. Gute Karten hat auch, wer von einem vertraglichen Widerrufs- oder Rückgaberecht Gebrauch gemacht hat, ein Abonnement rechtzeitig gekündigt oder ein reserviertes Hotelzimmer frühzeitig abgesagt hat. Dies muss man allerdings belegen können. Die Kartenfirmen wollen in der Regel eine Gutschrifts- oder Annullierungsbestätigung des Anbieters sehen.

Händler belastet nachträglich. Zurückweisen dürfen Kartenbesitzer auch Nachbelastungen von Hotels für Minibar-Bezüge und von Mietwagenfirmen für Benzin, Bussen oder Schäden am Fahrzeug. «Der Karteninhaber hat in einem solchen Fall ja kein Einverständnis gegeben, einen bestimmten Betrag zu belasten», begründet der Berner Rechtsprofessor Thomas Koller. Daran ändere auch nichts, wenn sich ein Autovermieter im Vertrag vorbehalten habe, nachträglich auftauchende Kosten via Kreditkarte zu verrechnen. Wer tatsächlich eine Verkehrsbusse erhalten oder den Wagen nicht mit vollem Tank zurückgegeben hat, sollte sich allerdings nicht zu früh freuen: Der Vermieter kann ihn direkt belangen.

 

Kein Storno gewähren die Kartenherausgeber normalerweise, wenn eine bestellte Ware zwar geliefert wird, aber einen Mangel aufweist. Oder wenn man mit einer Airline im Clinch ist wegen der Entschädigung, die Passagiere gemäss einer EU-Verordnung für annullierte oder stark verspätete Flüge zugut haben. Hier kann der Kunde nicht verlangen, dass der Betrag vom verrechneten Flugpreis abgezogen wird. Postfinance und UBS sagen immerhin, sie würden sich in solchen Fällen dafür einsetzen, dass die Ansprüche des Kunden erfüllt werden.

1 Kommentare

Mi

16

Okt

2013

Ärger und Reklamationen bei UPC Cablecom

Der Telekomanbieter verschickte an zahlreiche Deutschschweizer auf gut Glück Rechnungen - obwohl diese gar keine Kunden waren. Auf diese Weise wolle man «Schwarzseher» aufspüren.

Bericht 20Min.ch 11. Oktober 2013

 

Die Cablecom ist unter Rechtfertigungsdruck. Wie die Basler Zeitung berichtet, verschickte das Telekomunternehmen an Hunderte Schweizer Wohnungsmieter Rechnungen über 275 Franken - doch die Empfänger waren gar keine Kunden. Der Grund für die Rechnungen, so die Basler Zeitung: Die Cablecom will verhindern, dass «Schwarzseher» das Grundangebot nutzen, ohne dafür zu bezahlen.

 

«Willkommen bei Kabelfernsehen und -radio von UPC Cablecom», heisst es in dem Brief. Auch eine Referenznummer für die Empfänger gibt es bereits. Will man das Angebot nicht in Anspruch nehmen, «können Sie uns unter der Gratisnummer kontaktieren», heisst es weiter.

 

Kein Marketingtrick

 

Ein listiger Marketingtrick? Keineswegs, so Roland Bischofberger, Kommunikationschef des Unternehmens. «Das ist einfach ein notwendiger Verrechnungsprozess, der aber nur bei einem ganz geringen Teil aller Kunden überhaupt zustande kommt.»

 

Seinen Ursprung habe das in der Tatsache, dass man die Signale für das Kabelfernsehen quasi auf Vorrat versende. So habe jeder Mieter grundsätzlich über eine Büchse Zugang zum Grundanschluss fürs Fernsehen. In der Regel werden die Grundgebühren, die dafür entstehen, über die Miet-Nebenkosten berechnet. «Nur in Ausnahmefällen überlassen die Vermieter diese Aufgabe den Bewohnern der Wohnungen selbst.»

 

Nur bei Mieterwechsel

 

Wenn es in solchen Situationen zu einem Mieterwechsel kommt und die Cablecom nicht über den Nachmieter und seine Anschluss-Wünsche informiert werde, dann müsse man diese Rechnungen versenden, so Bischofberger.

 

275 Franken seien dabei der Jahresbetrag für den Fernsehanschluss. Der Prozess sei also schlicht nötig, um «Schwarzseher» aufzuspüren - die sich unter Umständen dessen selbst nicht bewusst sind. Wenn die Kunden dann das Angebot gar nicht nutzen wollen, reiche ein Anruf, und man «plombiere» den Anschluss - mache ihn also unnutzbar. Viele aber benutzen den Dienst eine ganze Weile gratis - und wollen auch weiter den Kabelanschluss besitzen.

 

Keine genauen Zahlen

 

Genaue Zahlen, wie viele Kunden solche Briefe erhalten hätten, gibt es nicht. Doch es sei nur ein Bruchteil, heisst es. «Und bisher haben wir auch noch keine Signale erhalten, dass die Kunden ein Problem damit haben», so Bischofberger.

 

Konsumentenschützerin Sara Stalder äussert sich gegenüber der Basler Zeitung kritisch zum Thema. Die Rechnungen bezeichnet sie als «unlauter». Man solle daher einfach gar nicht reagieren. «Cablecom müsste bei einem Gerichtsfall beweisen, dass der Wohnungsmieter die Dienste der Cablecom in Anspruch genommen hat. Und das funktioniert nicht.»

0 Kommentare

Mi

18

Sep

2013

Reklamationen und Ärger bei Sunrise: Kunden werden hängengelassen

Zu Unrecht gekappte Leitungen, falsche Rechnungen und überlastete Hotlines: Verärgerte Sunrise-Kunden melden sich bei «Kassensturz». Der Kundendienst bringt viele zum Verzweifeln. Pikant: Vor eine

Bericht SRF vom 17.09.2013

 

Ein Jahr ist es her, seit die damalige Leiterin des Sunrise-Kundendienstes Besserung gelobte. In einem halben Jahr, so hiess es damals, sollte beim Kundendienst vieles besser sein. Dieses Ziel hat Sunrise bei Weitem verfehlt. Noch immer stapeln sich auf der «Kassensturz»-Redaktion die Klagen von verärgerten Sunrise-Kunden.

 

Auch Max Nunziata, der neue Leiter des Kundendienstes sagt: «Das Niveau unseres Kundendienstes ist nicht dort, wo wir es haben möchten.» Die Probleme sind mannigfaltig. Von Phantasiebeträgen auf Rechnungen, über eine Kündigungsbestätigung mit falschem Datum bis zu einem EC-Terminal, das plötzlich nicht mehr funktionierte.

 

Gewisse Muster ziehen sich durch fast alle Kundenbeschwerden. So berichten viele, dass sie ihre Geschichte bei jedem Mitarbeiter des Kundenservices wieder von neuem erzählen müssen.

 

«Die eine Hand weiss nicht, was die andere tut. Die haben ein Puff», sagt Roland Pfister. Seit Oktober des letzten Jahres streitet er mit Sunrise. Unzählige Anrufe, eingeschriebene Briefe und viel Geduld kostete ihn das Prozedere.

 

Zum Vorwurf der fehlenden Problemerfassung sagt der Sunrise-Kundendienstleiter: «Normalerweise müssen alle Agenten aufschreiben, was sie mit dem Kunden diskutiert haben. Wenn einige Agenten systematisch denselben Fehler machen und nichts aufschreiben, dann machen wir mehr Training.»

 

Zahlreich sind auch die Klagen über gänzlich unvorhersehbare Aktionen des Telekomkonzerns. Dieser macht aus meist kleinen, überschaubaren Problemen grosse, komplexe Fälle.

 

Manuela Strittmatter, Inhaberin eines Kosmetik-Coiffeurgeschäfts, informiert Sunrise über den bevorstehenden Geschäftsumzug. Am anderen Morgen funktioniert plötzlich das EC-Karten-Terminal nicht mehr. Eine zehntägige Odyssee durch den Kundendienst beginnt. Am Ende sagt ihr ein Sunrise-Techniker: Das Problem sei mit einem Knopfdruck gelöst worden.

 

Zu spät: Strittmatter ist zu diesem Zeitpunkt bereits bei der Konkurrenz. Einen Zusammenhang zwischen dem bevorstehenden Geschäftsumzug und dem technischen Problem des EC-Terminals bestreitet Sunrise.

 

Der Kundendienst-erprobte Roland Pfister erlebte ähnliches. Nach monatelangen Verhandlungen kappte ihm Sunrise wegen einer offenen Rechnung plötzlich alle Verbindungen – auch die seines Geschäfts.

 

Was können Sunrise-Kunden tun?

Es ist ratsam, sobald ein Fall komplexer wird, die Korrespondenz mit dem Kundendienst nur noch schriftlich zu führen. Allenfalls sogar mit eingeschriebenen Briefen. 

 

Tipp 1: Nicht zu lange zuwarten

Kunden, die auf ihre Reklamation keine oder eine nur ausweichende Antwort bekommen, sollten sich auf keinen Fall weiter vertrösten lassen. Schicken Sie Sunrise einen eingeschriebenen Brief: Setzen Sie eine kurze Frist, um Ihnen auf Ihr Schreiben zu antworten. Zehn Tage dürften genügen. Weisen Sie darauf hin, dass Sie sich eine vorzeitige Vertragsauflösung überlegen, sollten Sie innerhalb dieser Frist keine Antwort bekommen. Erbringt ein Anbieter seine Leistung wiederholt und trotz Aufforderung nicht, verletzt er damit seine vertraglichen Pflichten. Der Kunde hat in solchen Fällen das Recht, einen Vertrag vorzeitig aufzulösen.

 

Tipp 2: Brief an die Geschäftsleitung adressieren

Wichtig: Bleiben Sie in Ihrem Schreiben freundlich und sachlich. Verzichten Sie auf Beschimpfungen und unterlassen Sie Drohungen (zum Beispiel mit dem «Kassensturz»). Sie könnten sich strafbar machen. Schreiben Sie, dass Sie sich eine Klage bei der Ombudsstelle der Telekombranche vorbehalten. Wichtig: Adressieren Sie Ihr Schreiben die Geschäftsleitung oder Direktion und schicken Sie dem Kundendienst eine Kopie.

 

Tipp 3: Ombudsstelle einschalten

Verstreicht die Frist ohne Resultat, dann sollten Sie sich unverzüglich an die Ombudscom wenden. Das ist die Schlichtungsstelle der Telekommunikationsbranche. Sie nimmt Beschwerden entgegen, vermittelt zwischen Kunden und Telekommunikationsanbietern und unterbreitet beiden Seiten einen Lösungsvorschlag. Das Verfahren wird schriftlich geführt und ist für Konsumenten kostenlos. Einzige Voraussetzung für das Schlichtungsverfahren: Der Kunde muss belegen können, dass er sich mindestens einmal beim Anbieter mit einem eingeschriebenen Brief um eine Lösung bemüht habt.

 

Tipp 4: Vorbehalt anbringen

Teilen Sie Ihrem Telefonanbieter ebenfalls schriftlich mit, wenn Sie eine Rechnung beanstanden. Beschreiben Sie kurz, was Ihrer Meinung nach nicht stimmt und verlangen Sie eine korrekte Version. Wenn Sie verhindern wollen, dass der Anbieter Ihnen die Leitung kappt, so bezahlen Sie die Rechnung, bringen darauf aber den Vorbehalt «ohne Anerkennung einer Rechtspflicht». Leiten Sie dann ein Verfahren bei der Schlichtungsstelle ein.

 

Tipp 5: Zusätzliche Kosten notieren

Ist die Leitung unterbrochen oder hat Ihnen der Anbieter das Telefon zu Unrecht abgestellt, können Sie Ihren daraus entstehenden Schaden bei ihm oder über ein Schlichtungsverfahren zurückfordern. Voraussetzung ist, dass Sie den Schaden nachweisen oder zumindest glaubhaft machen können. Unter einem Schaden im Rechtssinne sind beweisbare zusätzliche finanzielle Aufwendungen zu verstehen, also Mehrkosten, weil Sie zum Beispiel mit dem Handy statt übers Festnetz telefonieren mussten oder geplatzte Kundenaufträge, weil sie nicht erreichbar waren. Keine Entschädigung gibt es für den zeitlichen Aufwand oder für den entstandenen Ärger. Wichtig: Notieren Sie jeden Tag die zusätzliche Aufwendungen und sammeln Sie Rechnungen und Quittungen.

 

Und sollten Sie keine Zeit oder Lust haben die Reklamationen selber zu schreiben - Wir übernehmen dies gerne für Sie. Zusammen mit unseren Anwälten kämpfen wir für Ihr Recht

5 Kommentare

Di

10

Sep

2013

ÄRGER UND REKLAMATIONEN BEI EASYJET

Bericht der Sonntagszeitung 

Von Reza Rafi

Easyjet zahlt Passagieren nach einer Verspätung je 400 Euro - ein Meilenstein



Basel Die Stimmung kippte, als es draussen längst dunkel war. Kurz vor Mitternacht stand der Airbus noch immer am Genfer Flughafen. Ungeduld macht sich breit, Einzelne rufen aus, andere stöhnen. «Wann sind wir endlich zu Hause? Wann geht es weiter?» Es ist der Abend des 6. Juli, ein Samstag. Knapp 80 Passagiere sind an Bord der dicht bestuhlten Maschine, die eigentlich von Antalya nach Basel-Mulhouse fliegen sollte. Stattdessen ist man vor den Toren der Rhonestadt gelandet.

Die Gäste von Flug EZ1210 haben einen langen Tag hinter sich: ein letztes Mal frühstücken in der Südtürkei, auschecken aus dem Hotel, mit dem Bus an den Flughafen Antalya fahren, Gepäck aufgeben, anstehen vor dem Zoll, anstehen vor dem Sicherheitscheck. Lärm, Warten, Schweiss. Noch am Nachmittag hatte die unbarmherzige Mittelmeersonne eingeheizt. Eine Dusche und frische Luft wären für die Passagiere jetzt das Beste.

Doch der Flieger hebt in dieser Nacht nicht mehr ab; das heimische Badezimmer muss warten. Die Passagiere werden in einen Bus transferiert und auf dem Landweg nach Basel gefahren. Morgens um 10 vor 4 Uhr kommen die Reisenden schliesslich an, übermüdet und gereizt. Planmässige Ankunft wäre 22:50 in Basel gewesen. Das sind fast fünf Stunden Unterschied.

Zu den Fluggästen gehört auch Bernhard Madörin. Der umtriebige Treuhänder ist in Basel kein Unbekannter; er politisierte mal für die SVP im Parlament und ist in einen langwierigen, öffentlichkeitswirksamen Streit mit der Staatsanwaltschaft am Rheinknie verwickelt. Noch während der Verspätung hat Madörin reagiert und die Vollmachten aller Passagiere eingefordert - eine unabdingbare Voraussetzung für seinen nächsten Schritt: gegenüber Easyjet im Namen aller Kunden Verspätungsschaden geltend machen. Er stützte sich dabei auf einen Paragrafen im bilateralen Luftverkehrsabkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union.

Zunächst spielt die Fluggesellschaft auf Zeit und schickt ihren Anwalt vor, der sich mit Madörin um juristische Formalitäten streitet. Als die Passagiere von Flug EZ1210 aber eine Klagewelle in Aussicht stellen, lenkt die britische Airline ein und verspricht allen Betroffenen der Odyssee je 400 Euro Entschädigung. Easyjet muss zum normalen Betriebsaufwand also zusätzliche rund 30 000 Euro zahlen. Die erfolgte Entschädigung basiert auf der europäischen Fluggastrechte-Verordnung 261 / 2004 und den Vorgaben des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl).

Madörins Durchbruch könnte Schule machen

«Schade ist, dass Easyjet zunächst auf die übliche Karte Verzögerung und Verschleierung spielte», sagt Madörin im Nachhinein. Positiv sei, dass die Fluggesellschaft «im Zugzwang der Not korrekt agierte». Madörin ist sicher, es sei eine absolute Premiere, «dass sich Easyjet mit einer kollektiven Klage von rund 80 Personen konfrontiert sah». Tatsächlich zeigen Recherchen, dass der vorliegende Fall für Easyjet in der Schweiz wohl Präjudizcharakter hat. In Kundenforen und in Touristikkreisen haftet der Airline der Ruf an, einen ineffizienten Kundendienst zu betreiben und Fluggastrechte allzu zögerlich umzusetzen. Madörins Durchbruch könnte Schule machen - und zu einem Umdenken bei den Billigfliegern führen.

Die SonntagsZeitung hat bei Easyjet nachgefragt, ob es sich für das Aviatikunternehmen um den ersten derartigen Fall von Sammelentschädigungen in der Schweiz handelt. Von der Unternehmenszentrale in Luton bei London wird dazu Folgendes mitgeteilt: «Sammelklagen nach US-Vorbild existieren in Europa nicht. Sammelforderungen wie im vorliegenden Fall gibt es bei Easyjet höchst selten, da unser Unternehmen bei der Pünktlichkeit zu den Besten gehört und daher höchste Kundenzufriedenheit geniesst.» 88 Prozent der Easyjet-Flüge seien im Jahr 2012 pünktlich angekommen, das sei für die Branche ein Spitzenwert. Die grosse Mehrheit der Easyjet-Passagiere sei überdies «zufrieden mit unserem Service».

Weiter betont das Unternehmen, dass der Flug EZ1210 von Antalya nach Basel «aufgrund technischer Probleme» umgeleitet werden musste. «Die Sicherheit der Passagiere hat bei Easyjet Priorität.» Man bitte die Fluggäste für die Verspätung und die entstandenen Umstände «in aller Form um Entschuldigung».

 

 

2 Kommentare

Do

22

Aug

2013

Miese Deals und Reklamationen beim Schnäppchenportal Dein Deal

Ein Bericht von 20 Minuten Online am 17. August 2013.

 

Wer bei diesen Rabatten nicht zugreift, ist selber schuld – könnte man meinen. Das Schweizer Schnäppchenportal Dein Deal lockt mit Ermässigungen von bis zu 85 Prozent auf Produkte und Dienstleistungen. Es mehren sich aber Klagen, dass die über die Plattform gekauften Produkte nicht halten, was sie versprechen. Bisweilen finden sich auch dubiose Anbieter auf Dein Deal.

 

Davon kann auch 20 Minuten-Leserin Cécile Meier* ein Lied singen: Sie ersteigerte einen Umzugsgutschein: Zwei Stunden, ein Auto, zwei Helfer. Das Problem: Das Fahrzeug war viel kleiner, als im Inserat beschrieben. Zudem seien die Helfer extrem aggressiv gewesen, sagt Meier: «Sie haben mich bereits auf der Fahrt in die neue Wohnung darauf aufmerksam gemacht, dass ich einen Aufpreis von 250 Franken zu entrichten hätte, falls wir auch nur eine Minute überzögen.»

 

Tatsächlich dauerte das Zügeln länger als zwei Stunden. Meier weigerte sich zu bezahlen, wurde bedroht und wendete sich schliesslich an Dein Deal. Erst nach längerem E-Mail-Verkehr und der mehrmaligen Aufforderungen, etwas gegen diese Firma zu unternehmen, reagierten die Verantwortlichen des Schnäppchenportals. Auf die Frage Meiers, was Dein Deal gedenke gegen unseriöse Angebote zu unternehmen, erhielt sie die Antwort: «Der Partner wird zur Verantwortung gezogen.»

 

Der Nadelstreifen-Dieb

 

Ein weiterer Fall sind die Masshemden des Schneiders Sartoriani. Hinter den Deals steckte laut «Tages-Anzeiger» ein verurteilter Betrüger, der das Unternehmen nun Konkurs gehen lässt. Mehr als 4000 Gutscheine soll der in Deutschland verurteilte Betrüger über Dein Deal verkauft haben. Den Betrugsvorwurf bestreitet er, schliesslich habe er 2500 der 4000 Anzüge und Hemden verkauft. Allerdings habe er die Kosten nicht im Griff gehabt.

 

Ein weiteres Beispiel ist Topspeedracing: Die deutsche Firma bot Gutscheine für rasante Fahrstunden auf dem Hockenheimring an – auch via Dein Deal. Wie die «Schwäbische Zeitung» berichtet, hätten sich schon 2400 Gläubiger gemeldet. Es sind zu einem grossen Teil Kunden von Topspeedracing, die das Geld für die Gutscheine bereits bezahlt haben, jedoch keine Gegenleistung erhalten haben.

 

Schaden in Höhe von 350'000 Franken

 

Unter den Gläubigern ist auch Dein Deal mit einer Forderung in der Höhe von 105'000 Franken. Die Ringier-Tochter habe diesen Beitrag im Frühjahr 2013 als Vorschuss für Rückerstattungen an Kunden geleistet, schreibt die «Handelszeitung». Derzeit ruht bei Topspeedracing der Geschäftsbetrieb, ein Insolvenzverfahren ist nicht ausgeschlossen.

 

Sowohl im Fall von Topspeedracing als auch bei den Masshemden hat Dein Deal reagiert und den geprellten Kunden zumindest die eigene Kommission von 20 Prozent zurückerstattet – in Form von Dein-Deal-Gutscheinen. Der finanzielle Schaden aus diesem Fall wird von Dein Deal auf mindestens 200'000 Franken beziffert, Anwaltsverfahren noch nicht mit einberechnet. Im Fall Sartoriani rechnet Dein Deal mit einem finanziellen Schaden von mindestens 150'000 Franken.

 

Die Reinigungsfirma, die nicht kann

 

Nicht viel besser erging es Daniela Weber*: Sie erstand über Dein Deal einen Geschenkgutschein für ihre 80-jährige Mutter. Zweck: Fensterputzen. Als Weber den Gutschein einlösen wollte, hiess es, dass die Reinigungsfirma, deren Dienstleistung sie in Anspruch nehmen wollte, überbucht sei. Weber solle sich an eine anderen Firma wenden. «Schon lustig, dass ich als Kunde rumtelefonieren muss, weil die Firma nicht imstande ist, ihre Dienste zu leisten.»

 

Weber fand zwar eine andere Firma, fixierte den Termin – doch niemand kam. «Ich wollte mein Geld zurück», sagt Weber. Dein Deail ignorierte Webers Anfragen. «Die schulden mir bis heute das Geld fürs Fensterputzen.» Weber hat dem Schnäppchenportal den Rücken gekehrt. Sie wolle keine weiteren Enttäuschungen mehr erleben.

 

Dein-Deal-Gründer Adrian Locher wollte 20 Minuten nur schriftlich Antwort geben. Seit der Gründung der Plattform 2010 seien rund 12'000 Deals mit über 5000 Partnern und Lieferanten erfolgreich durchgeführt worden. Die Partner würden einer Prüfung unterzogen. So könne Dein Deal dubiose Angebote ausfiltern und von den 5000 Partnern würden heute nur 20 wegen Konkurs nicht mehr existieren. Das Prüfungsprogramm werde kontinuierlich ausgebaut, schreibt Adrian Locher.

 

0 Kommentare

Do

15

Aug

2013

Ferien und Reisen - Reklamationen und Mängel

…das Flugzeug hat Verspätung…

…Baulärm neben dem Hotel…

…Hotelpool zwecks Renovation nicht nutzbar…

 

Die Pauschalreise

Als Pauschalreise gilt eine im Voraus festgelegte Verbindung von mindestens zwei der folgenden Dienstleistungen: Transport, Beherbergung und andere touristische Dienstleistungen wie zum Beispiel Automiete. Entspricht eine Pauschalreise nicht den Vereinbarungen, kann ein Teil der Kosten zurückgefordert werden. Grundlage dafür bietet in der Schweiz das Pauschalreisegesetz.

 

Wichtige Punkte gilt es zu beachten:

  • Stellen Sie einen Mangel fest, wenden Sie sich umgehend an den Reiseveranstalter und verlangen Sie, dass der Missstand behoben wird.
  • Kann keine Abhilfe oder Ersatz geschaffen werden, lassen Sie sich die Mängel schriftlich bestätigen und dokumentieren Sie sie (Auflistung, Foto, Quittungen für Mehrausgaben u.a.)
  • Bei der Rückkehr wenden Sie sich sofort an den Reiseveranstalter und verlangen Sie eine Teilrückerstattung. Eine Reklamation muss meistens innerhalb von 30 Tagen eingereicht werden.
  • Bei unlösbaren Streitigkeiten, können Sie sich an den Ombudsman der Schweizer Reisebranche wenden.

 

Ein Beispiel:

Ein junges Paar bucht Ferien am Meer (Hotel und Flug). Im Prospekt wird beschrieben, das Hotel befinde sich an einer ruhigen Bucht. Gebucht hat das Paar ein Zimmer mit Meerblick.

 

Das Paar muss vor Ort leider feststellen, dass der nahe gelegene Flughafen von morgen früh bis spät abends intensiven Lärm verursacht, von einer ruhigen Bucht kann deshalb nicht die Rede sein. Des Weiteren bietet das Hotelzimmer keinen Blick aufs Meer, sondern auf das gegenüberliegende Hotel.

 

 

Flugverspätungen

Bei Flügen ab einem Schweizer- oder EU-Flughafen oder mit einer Schweizer- oder EU-Fluggesellschaft in die Schweiz oder in ein EU-Land hat der Reisende Anrecht auf eine Entschädigung, wenn er drei oder mehr Stunden verspätet am Zielflughafen ankommt. Ausnahme gelten bei aussergewöhnlichen Umständen wie zum Beispiel schlechtem Wetter.

 

Je nach Flugstrecke und Dauer der Verspätung muss die Fluggesellschaft zudem für Mahlzeiten, Getränke, Telekommunikation und allenfalls für eine Übernachtung sorgen.

 

Treten Probleme bei grosser Verspätung auf, richten Sie sich zuerst an die betreffende Fluggesellschaft. Kommt es zu unlösbaren Streitigkeiten, steht Ihnen das Bundesamt für Zivilluftfahrt als Vermittler zur Verfügung.

 

Ein Beispiel:

Herr Muster hat einen Flug von Zürich nach Casablanca gebucht. Die Flugstrecke beträgt ungefähr 2000 km. Um 15h23 hätte das Flugzeug starten sollen, konnte schlussendlich aber erst um 19h34 abfliegen. Herr Muster kam deshalb mit über 3 Stunden Verspätung in Casablanca an. Er kann in diesem Fall eine Entschädigung bis zu 400 Euro bei der Fluggesellschaft verlangen.

0 Kommentare

Do

20

Jun

2013

Reisemängel

…das Flugzeug hat Verspätung… Baulärm neben dem Hotel… Hotelpool zwecks Renovation nicht nutzbar… Welche Rechte haben Sie?

mehr lesen 0 Kommentare

Di

18

Jun

2013

Giftige Lebensmittel aus Asien

Asiatische Gemüse und Gewürze sind zum Teil eigentliche Giftschleudern. Jede vierte Probe aus dem fernen Osten überschritt den Grenzwert.

Ein Bericht des Tagesanzeiger Online vom 18.06.2013


Eine der alarmierendsten Proben, die das Kantonale Labor Zürich 2012 untersuchte, war asiatischer Kohl «Cantonese Lettuce» aus Thailand: Wer nur ein einziges Gramm dieses exotischen Gemüses ass, hatte die akute Referenzdosis des Insektizids Prothiofos schon um das Elffache überschritten, wie das Labor in seinem am Dienstag publizierten Jahresbericht schreibt.

 

Auch Curry Leaves, ein beliebtes Gewürz in der als besonders gesund geltenden asiatischen Küche, sind häufig enorm belastet. Auch hier reichte bei einzelnen Proben ein Gramm, um den Referenzwert etwa des Pestizids Triazophos weit zu überschreiten. Häufig gebe es auch vielerlei verschiedene Rückstände.

 

Verschlungene Absatzwege

Die laut Kantonalem Labor «untragbaren» Rückstände in asiatischen Gemüsen und Gewürzen sind seit Jahren bekannt. Dazu seien die Absatzwege zum Teil derart verschlungen, dass sie selten wirklich bis zum Produzenten zurückverfolgt werden könnten. Mit der Folge, dass dort nicht korrigierend eingegriffen werden könne.

 

Immerhin hätten die verstärkten Kontrollen in der Schweiz zur Folge, dass die Importeure ihr Sortiment - und damit das Risiko - verkleinert oder die Einfuhr asiatischer Gemüse und Gewürze ganz aufgegeben haben. Andere hätten Rückverfolgbarkeitssysteme eingeführt und zu seriösen Lieferanten gewechselt, so das Labor.

 

Allerdings gebe es schon neue Importeure «ohne griffige Selbstkontrolle», die in die Lücke sprängen. Diese Entwicklung gelte es genau zu verfolgen und gegebenenfalls zu unterbinden, heisst es im Jahresbericht.

 

Gute Werte bei Schweizer Gemüse

Insgesamt wurden 836 pflanzliche Lebensmittel - in- und ausländische - auf Rückstände von rund 450 Pestiziden untersucht. 106 Proben (12,7 Prozent) wurden beanstandet, 19 (2,3 Prozent) als gesundheitsgefährdend eingestuft. 16 von diesen stammten aus Asien.

 

Von den 277 kontrollierten Schweizer Produkten wurden drei (1,1 Prozent) beanstandet, weil sie Höchstwerte überschritten. Dabei sei es durchwegs um sehr geringe Überschreitungen gegangen, heisst es im Jahresbericht.

 

EU-Raum: 5 Prozent über dem Grenzwert

Von den kontrollierten Lebensmitteln aus dem EU-Raum wurden bei rund 5 Prozent Höchstwerte überschritten. Bei Gemüse und Gewürzen aus Südamerika waren es 6 Prozent, aus Afrika zehn Prozent, aus der Türkei und anderen Vorderasiatischen Ländern 23 Prozent und aus Asien 25 Prozent - jede vierte Probe.

 

Das Kantonale Labor untersucht aber nicht nur pflanzliche Lebensmittel, sondern auch etwa Fleisch und Fisch, Trink- und Badewasser, Kosmetika, Geschirr und Spielwaren - insgesamt rund 20'000 Proben im letzten Jahr. 89 Prozent aller Lebensmittel waren gemäss Mitteilung in Ordnung.

 

 

0 Kommentare

Di

07

Mai

2013

Ärger mit den Tickets - Die Medienmitteilung der SBB vom 7. Mai 2013

Medienmitteilung: Ressorts Inland / Wirtschaft

 

Bern, 7. Mai 2013

 

Mehr Kulanz bei den SBB

 

SBB: Massnahmen sind nur ein erster Schritt

 

Endlich hat die SBB gehandelt und Sofortmassnahmen bei der Umsetzung

der Billetpflicht im Fernverkehr und bei E-Tickets angekündigt –

dies allerdings, nachdem der Schaden und der Ärger bei vielen Kunden

schon angerichtet sind. Im vergangenen Jahr hat die SBB immerhin fast

440‘000 Reisende gebüsst.

 

Die SKS begrüsst die angekündigten Massnahmen zwar, relativiert sie

aber auch:

 

1. Die SBB haben bereits vor längerem angekündigt, dass Reisende,

welche das Online- oder E-Ticket nicht vorweisen können, dies

nachträglich erledigen können. Die Gebühr ist mit Fr. 30.-

allerdings sehr hoch und im Verhältnis zum Fahrpreis für kürzere

Strecken unverhältnismässig.

 

2. Die Gratis-Helpline im Gebiet des Zürcher Verkehrsbundes ist zwar

löblich, in Stosszeiten aber für die Reisenden nicht immer leicht in

Anspruch zu nehmen. Zudem zeigt die Helpline, dass die Ticketautomaten

viel zu kompliziert und schwer verständlich für die Reisenden sind.

Dies gilt nicht nur in der Region Zürich, sondern schweizweit.

 

3. Es ist zwar positiv, dass dem Zugpersonal mehr Handlungsspielraum

eingeräumt wird. Für den Reisenden wird es aber eine besondere

Herausforderung sein, dem Zugpersonal „die gute Absicht“ zu

beweisen, welche er beispielsweise beim Lösen eines Billets mit

falschem Reiseweg hatte.

 

Die angekündigten Sofortmassnahmen sind für die SKS deshalb nur ein

erster Schritt. Eine weitergehende Vereinfachung der Regeln sowie eine

einfachere Handhabung der Ticketautomaten sind für die SKS

unumgänglich.

 

Weitere Informationen:

 

Josianne Walpen, Leiterin Mobilität, 031 370 24 23 / 079 731 41 24

 

0 Kommentare

Do

02

Mai

2013

KB Edelmetall - Blick reagierte auf die Publikmachung der Reklamationszentrale Schweiz

Als Teil unserer Dienstleistung bieten wir unseren Kunden an, den jeweiligen Fall anonymisiert auf der Website der Reklamationszentrale Schweiz zu publizieren.

Die Reklamationsverursacher, andere geschädigte Kunden sowie auch die Medien werden auf diese Publikmachung früher oder später aufmerksam und reagieren.

Im Fall KB-Edelmetall wünschten sich einige Kunden eben so eine Publikmachung. Nach ca. 3 Wochen meldete sich der Blick um den Fall KB-Edelmetall zu publizieren und bot den Geschädigten an, ihre gemachten Erfahrungen in einem Interview zu schildern.

 

 Lesen Sie den Bericht des Blicks->

 

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Alex Lankmann (45) und Monika Rushiti (54) wurden Opfer von fiesen Betrügern. Versprochen wurde eine zukunftssichere Anlage. Am Schluss war das Geld weg.

 

Der Goldpreis ist im Keller. Für viele Kleinanleger eine herbe Enttäuschung. Doch einige hat es viel schlimmer erwischt. In der Hoffnung auf eine zukunfts­­si­chere Anlage sind sie auf Gold-Trickser hereingefallen.

 

Pöstler Alex Lankmann (45) aus Matzingen TG ist ein Opfer. Er sagt: «Die Firma wirkte seriös. Man hat mich ganz fies über den Tisch gezogen!»

 

Eine Bekannte hat ihn Ende 2009 auf das Goldgeschäft der KB-Edelmetall GmbH aus Emmenbrücke LU angesprochen. «Sie sagte mir, das sei besser als eine 3. Säule. Man könne monatlich ein Gramm Gold kaufen. Der Goldpreis gehe trotz Schwankungen stetig aufwärts», erzählt Lankmann.

 

Die Prospekte der Edelmetallfirma versprechen einiges. «Die Gold-Zukunft kommt», schreibt KB-Chef Mike Koschine. «Die Nachfrage nach unseren 1-Gramm-Barren nimmt stark zu. Unsere Raffinerie in ­Istanbul ist fast zu hundert Prozent ausgelastet.»

 

Pöstler Lankmann investiert – insgesamt 5758 Franken. Nach drei Jahren will er das Gold-Konto auflösen, versilbern. Die Firma schreibt ihm zurück, verspricht, die Geldsumme sofort zu überweisen. Aber beim Kunden kommt nie etwas an. «Ich habe mehrmals eine Mahnung verschickt, nichts ist passiert.»

 

«Das ist eine Unverschämtheit»

 

Auch Monika Rushiti (54) aus Rheinfelden AG ist den Gold-Tricksern auf den Leim gegangen. «Ich dachte, das ist eine rentable Anlage. Von den Banken gibt es ja praktisch keine Zinsen mehr», sagt die Geschäftsfrau. «Ich habe drei Jahre lang monatlich 80 Franken eingezahlt.» Auch sie merkte erst, als sie das Gold-Konto auflösen wollte, dass etwas nicht stimmt. «Man will mir nur noch 586 Euro zurückzahlen.Der Rest sei für die Kontoführungsabrechnung draufgegangen», sagt Monika Rushiti. «Das ist eine Unverschämtheit. Davon war im Vertrag keine Rede. Doch so ein Reinfall wird mir nie mehr passieren. Ich werde künftig sicher vorsichtiger bei solchen Angeboten sein.»

 

Gegen die KB-Edelmetall GmbH hat die Luzerner Staatsanwaltschaft ein Verfahren eröffnet. «Es besteht der Verdacht auf ein Schneeballsystem im Edelmetallhandel», sagt Sprecher Simon Kopp. Inzwischen habe man den Fall nach Deutschland abgetreten. Denn: Auch in München und sogar in Wien wird gegen die Gold-Trickser ermittelt.

 

Der Schweizer Ableger der Firma ist inzwischen stillgelegt. Dafür hat die Eidgenössische Finanzaufsicht Finma gesorgt. «Wir haben festgestellt, dass die KB Edelmetall GmbH die Voraussetzungen für die Einhaltung der Geldwäschereibe­stim­mungen nicht erfüllt», sagt Finma-Sprecher Tobias Lux.

KB-Chef Mike Koschine wollte gegenüber BLICK keine Stellung nehmen.

0 Kommentare

Di

23

Apr

2013

SBB - Der grosse Ärger der Bahnfahrer

Tagesanzeiger Online - 23. April 2013

 

Bussen, Automaten und Zonentickets: Aus Kundensicht läuft im öffentlichen Verkehr derzeit vieles schief. Die Kundenorganisation Pro Bahn fordert in einer Resolution an den Bundesrat, Bahnkunden nicht im Voraus als Kriminelle zu betrachten.

 

Zugbegleiter sind derzeit nicht zu beneiden: Sie sind die Blitzableiter, an denen viele Bahnfahrer ihren Ärger ablassen. Auslöser sind die mangelnde Kulanz bei der Billettpflicht, die neuen Zonentickets und die Automaten, für die es laut Pro-Bahn-Präsident Kurt Schreiber einen Universitätsabschluss braucht.

 

Pro Bahn weiss, was die Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs beschäftigt: Sie hat kürzlich eine Resolution zuhanden von Verkehrsministerin Doris Leuthard verabschiedet. Der Bund als Mehrheitsaktionär soll dafür sorgen, dass die SBB Augenmass anwenden und Kunden nicht im Voraus als Kriminelle betrachten.

 

Zufriedenheit im öffentlichen Verkehr nimmt ab

Aus der Resolution: «In letzter Zeit haben sich die Beschwerden über die Behandlung von Bahnreisenden gehäuft, die über keine oder über eine nicht gültige Fahrkarte verfügten, sei dies wegen eines defekten Billettautomaten, wegen Problemen bei der Übermittlung der Daten aufs Handy oder wegen eines Interpretationsfehlers beim Lösen am Automaten oder am Schalter. Bei all diesen Fällen handelt es sich nicht um das Erschleichen von Leistungen, sondern um technische Mängel bei der Infrastruktur der SBB oder Versehen, die im täglichen Leben vorkommen.»

Tatsächlich nimmt die Zufriedenheit im öffentlichen Verkehr ab.

 

Einige Beispiele, zusammengetragen vom TA:

 

Halbtax-Besitzer A. löst abends ein Billett Frauenfeld–Zürich retour, das seit dem Zusammenschluss der Verbünde zum Z-Pass auch Zone 10 in Zürich umfasst. Weil A. oft im Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) unterwegs ist, geht er davon aus, dass das Billett 24 Stunden gültig ist – wie im ZVV üblich. Nach dem Ausgang nimmt A. morgens die erste S-Bahn zurück, wird aber mit 90 Franken plus Billettpreis gebüsst: Grund: Der Z-Pass ist nur am Kalendertag gültig.

 

ZVV-Sprecher Thomas Kellenberger bestätigt, dass Fahrausweise des Z-Passes nur einen Kalendertag lang gültig sind. Die ZVV-Regelung mit Tageskarten, die 24 Stunden gültig sind, stelle eine Ausnahme dar. «Die Tageskarten aller anderen beteiligten Verbünde sind jeweils nur bis um 5 Uhr des Folgetags gültig.»

 

Halbtax-Besitzerin B. wohnt in Killwangen AG. Sie arbeitet Teilzeit in Zürich und hat eine Mehrfahrtenkarte von Killwangen nach Zürich. Seit dem Zusammenschluss der Aargauer A-Welle mit dem ZVV zahlt sie für die Strecke 80 Prozent mehr. Grund: Sie darf Tram, Bus und Schiff benutzen. Dass ihr das nichts nützt, weil sie eine Minute vom Bahnhof wohnt und in Zürich beim HB arbeitet, spielt keine Rolle. Am SBB-Schalter sagte man ihr, sie könne dafür in Dietikon aussteigen und mit dem Bus nach Spreitenbach ins Shoppi zum Einkaufen fahren.

 

Der ZVV bestätigt, dass der Streckentarif für Fahrten über die Verbundgrenzen hinweg durch den Zonentarif abgelöst wurde. «Fahrgäste, die nur von Bahnhof zu Bahnhof fahren, ohne die zusätzlichen Leistungen von Bus und Tram etc. in Anspruch zu nehmen, bezahlen systembedingt mehr als früher.» Kurze Fahrten über eine Zonengrenze hinweg werden prozentual deutlich teurer als Fahrten zwischen zwei entfernt liegenden Punkten in zwei Zonen. «Für viele wird die Benutzung des öffentlichen Verkehrs über die Verbundgrenzen hinweg aber bis zu 30 Prozent günstiger.»

 

Die Halbtax-Besitzer C. und D. sind ebenfalls Opfer der neuen Zonenpolitik. C. wohnt in Effretikon ZH und besucht ab und an eine Freundin in Muri AG. Bisher kostete die Fahrt über Lenzburg um die 20 Franken. Seitdem es den Z-Pass gibt, sind es plötzlich gegen 30 Franken. Auch C. darf eine ganze Reihe von Bussen benutzen – nur braucht er keinen davon. Ähnlich ergeht es D., der in Zürich wohnt und ab und zu seinen Sohn in Einsiedeln besucht. 25 Prozent mehr zahlt er für die Strecke und könnte theoretisch eine ganze Reihe von Bussen rund um Einsiedeln sowie Tram, Bus und Schiff in Zürich benutzen. Dafür ist das Ticket nur am Kalendertag gültig.

 

Halbtax-Besitzer E. wohnt in Schaffhausen. Will er nach Zürich, muss er sich neu jeweils entscheiden, ob er über Winterthur oder Eglisau/Bülach fahren will. Früher löste er ein Retourbillett und konnte fahren, wie er wollte. Um flexibel zu sein, löst E. heute immer eine Tageskarte, die beide Optionen erlaubt, zahlt dafür aber rund 40 Prozent mehr.

Der ZVV bestätigt den Sachverhalt. Auch E. könne dafür aber Tram, Bus und Schiff in der Stadt Zürich nutzen.

 

Halbtax-Besitzer F. will mit dem Zug von Zürich HB nach Aarau. Dafür ein Billett zu lösen, war früher kein Problem. Heute fragt der Automat, ob man via Heitersberg oder Baden fahren will und bietet als Drittes «Alle Routen» an. (Zu anderen Zielen gibt es noch die Alternative PAG. Das steht für Postauto, nur weiss das niemand.) Zurück zu F.: Er entscheidet sich in der Verzweiflung für die dritte Variante, da er ja nicht weiss, wo sein Zug durchfährt. Natürlich zahlt er damit den Höchstpreis. F. ärgert sich: «Wenn ich als Zürcher schon nicht weiss, welche Variante ich wählen soll, wie soll erst ein Ausländer klarkommen? Mit der gezielten Verwirrung der Kunden lässt sich aber trefflich Geld verdienen.»

 

Beim ZVV ist die Thematik der vielen Alternativrouten beim Ticketkauf am Automaten erkannt. «An einer einfacheren Lösung wird intensiv gearbeitet.» Am neuen System würde sich aber kein Verkehrsunternehmen bereichern; die Z-Pass-Preise seien nach dem Grundsatz der Ertragsneutralität berechnet.

 

Auch Ältere sind überfordert: Halbtax-Besitzerin G. ist 80, wohnt in Koblenz AG und will mit ihrem betagten Mann nach Winterthur. Sie weiss, wie schwierig die Automaten zu bedienen sind, und geht zwei Stunden vor Abfahrt an den Bahnhof, um die Billette zu lösen. Als sie im Zug sitzt, realisiert G., dass die Tickets nur zwei Stunden gültig sind. Beim Umsteigen in Bülach will sie an den Schalter, trifft dort aber auf eine Schlange. Da ihr Mann schon umgestiegen ist und die Zeit drängt, geht G. zum Automaten und löst zwei Tickets, die 8.40 Franken kosten. Sie zahlt mit einer 50-Franken-Note, der Automat gibt aber nur Rückgeld bis 20 Franken. G. ist ein Leben lang Zug gefahren, doch auch mit 80 werden sie und ihr Mann das nächste Mal das Auto nehmen.

 

Laut ZVV dürften Automaten keine 50er-Noten schlucken, wenn nicht genügend Rückgeld vorhanden ist. Der ZVV entschuldigt sich für den Vorfall und bittet die Kundin, sich an das Kundencenter ZVV-Contact zu wenden.

 

Halbtax-Besitzer H. steigt kurz vor Abfahrt in Zürich ein, ohne seine Mehrfahrtenkarte entwertet zu haben. Wegen der vielen Baustellen hatte H. in der Eile keinen Automaten gefunden, sonst hätte er den Zug verpasst. Seine Mehrfahrtenkarte entwertet H. von Hand mit Eintrag von Datum, Uhrzeit und Abfahrtsort. Die Entwertung war die erste von Hand, in den Wochen zuvor hatte H. die Karte fünfmal am Automaten entwertet, was zeigt, dass H. kein routinierter Schwarzfahrer ist. Der Zugbegleiter büsst ihn wegen «Fahrens ohne Transportschein» dennoch mit 90 Franken. Zudem musste SBB-Kunde H. (nochmals) den Preis der einfachen Fahrt nach Bern bezahlen.

 

Die SBB sieht sich im Recht: Auf der Rückseite der Mehrfahrtenkarte stehe ausdrücklich, dass die Entwertung am Automaten erfolgen soll. Kulanz kommt laut Sprecher Stephan Wehrle nur in begründeten Ausnahmefällen zum Zug, etwa wenn alle Entwertungsmaschinen eines Bahnhofs defekt sind und sich der Reisende gleich nach dem Einstieg an das Zugpersonal wendet. Die Pflicht zum Entwerten am Automaten sei «nicht formalistisch», denn «eine Entwertung von Hand führt erfahrungsgemäss zu erheblich mehr Missbrauch», so Wehrle. Manche Reisende machten den Eintrag erst, wenn der Zugbegleiter kommt.

 

Halbtax-Besitzer I. löst in Bern am Automaten ein Billett nach Lausanne, vergisst es in der Hitze der Eile aber im Ausgabefach. Im Zug dann die Kontrolle. I. sagt dem Zugbegleiter, er schwöre, das Billett gelöst zu haben, es stecke wohl noch im Automaten. I. ist klar: Solche Storys hören Kontrolleure jeden Tag. Also: Billett lösen plus 90 Franken. Später druckt er den Bankbeleg aus, der zeigt, dass er das Billett gekauft hatte, und wendet sich ans Inkassocenter der SBB. Doch dort hat man kein Musikgehör: «Der Beleg zeigt uns nur, dass Sie das Billett gekauft haben. Wir wissen nicht, ob Sie das Billett vielleicht Ihrer Frau gaben.» B. beschwert sich mündlich, worauf ihm immerhin das zweite Billett erlassen wird.


96 Kommentare

Mo

15

Apr

2013

Reklamationszentrale-Schweiz und Dextra Rechtsschutz AG kooperieren

Dextra Rechtsschutz-Blog von Peter Dähler vom April 14, 2013

Anfangs April haben die Reklamationszentrale-Schweiz und die Dextra Rechtsschutz AG einen Zusammenarbeits-Vertrag unterzeichnet, welcher den Mitgliedern der Reklamationszentrale neben dem Anrecht auf Unterstützung und Redaktion einer gewissen Anzahl von Reklamationen einen weltweiten Konsumentenrechtsschutz sowie weitere Dienstleistungen gewährt. Beim Konsumentenrechtsschutz, der von Dextra sichergestellt wird, handelt es sich um einen wichtigen Aussschnitt aus klassischen Rechtsschutz-Versicherunngsdeckungen. Nicht versichert sind jedoch Streitigkeiten als Immobilieneigentümer und Mieter (dieses Feld überlassen wir den Mieterverbänden) sowie im Zusammenhang mit Vermögensanlagen.

Die Idee für dieses Produkt hatte Reto Puma, der die Reklamationszentrale nun schon seit einiger Zeit betreibt und seinen Kunden mit der neuen Mitgliedschaft einen zusätzlichen Nutzen anbieten will.

Wir von der Dextra waren anfänglich skeptisch, nahmen uns jedoch die Zeit, uns etwas in das Thema einzuarbeiten, indem wir auch selbst Testfälle übernahmen. Und siehe da, Reklamationen können tatsächlich etwas bewirken. Da es jedoch nicht möglich ist, dass alle sich an K-Tipp, Kassensturz und Beobachter wenden und dabei auch gehört werden, brauchte es einfach ein Forum, bei welchem jeder Zugang hatReklamationen, die über die Reklamationszentrale angebracht werden, kosten nun wirklich nicht viel, werden jedoch gehört. Dank der Mitgliedschaft, die einen Rechtsschutz enthält, kann zusätzlich auch noch rechtlich etwas bewirkt werden.

 

0 Kommentare

Mi

27

Mär

2013

Ärger und Reklamationen gegen die Auskunft 1818

Bericht bei SRF.ch zum Thema Konsum vom 17.03.2013

Wer sich vomTelefon-Auskunftsdienst 1818 direkt zu einer Nummer verbinden lässt, kann eine böse Überraschung erleben. Die Telefonrechnung Ende Monat ist plötzlich so hoch wie nie. Schuld sind die teuren Verbindungstarife. Dessen sind sich vor allem ältere Menschen nicht bewusst.

 

«Espresso»-Hörer Stefan Bracher aus Bern erzählt von seiner 85-jährigen Mutter: «Sie brauchte eine Nummer, die nicht im regionalen Telefonbuch war und hat sich gefreut, als eine freundliche Stimme von 1818 gefragt hat, ob sie sie gleich verbinden soll.» Als sie Ende Monat gesehen habe, dass 51 Minuten telefonieren sie fast 110 Franken gekostet haben, sei sie «furchtbar erschrocken.»

 

Legal dank Computeransage

 

In der Hitze des Gefechts überhören viele Leute die Computer-Durchsage, dass eine Verbindung einen gewissen Preis pro Minute kostet. Oder sie hören die Durchsage, verstehen aber nicht, dass das nicht nur der Preis für die Verbindung ist, sondern dass das ganze folgende Gespräch damit gemeint ist. Oliver Sidler, Ombudsmann Telekommunikation, versteht, dass es zu Missverständnissen kommen kann. Er sagt aber: «Solange der Auskunftsdienst mit einer Computerdurchsage auf den Preis hinweist, ist das vollkommen legal.»

 

Grosse Preisunterschiede

 

Bei den zwei Schweizer Auskunftsdiensten hört man eine solche Computerdurchsage, wenn man verbunden wird. Auffallend ist dabei, dass eine Verbindung mit Swisscom-1811 wesentlich günstiger ist als bei 1818. Bei 1811 zahlt man 22 Rappen pro Minute, bei 1818 sind es 1 Franken 99 Rappen pro Minute, also rund 9 Mal mehr. Bei der Firma Conduit, Betreiberin des Auskunftsdienstes 1818, heisst es zum grossen Preisunterschied in einer schriftlichen Stellungnahme: «Durch unsere Preisgestaltung stellen wir sicher, dass 1818 auch in Zukunft der führende Spezialist im Bereich Auskunftsdienst bleibt.» Eine Preis-Obergrenze gibt es laut Bundesamt für Kommunikation (Bakom) nicht.

 

Auskunftsdienste nicht mehr so gefragt

 

Bei der 1818-Konkurrenz von Swisscom weist Mediensprecher Olaf Schulze darauf hin, dass die Zahl der Anrufe bei Auskunfsdiensten seit Jahren rückläufig ist. «Mit den Computern und Smartphones gibt es viele Alternativen zum Telefon-Auskunftsdienst», sagt er. Deshalb würden auch die Kosten steigen. Offenbar kann ein Auskunftsdienst nur so noch rentieren.

1 Kommentare

Mi

27

Mär

2013

«Die SBB nehmen die Kunden zu wenig ernst»

Bericht 20Min. - 27.3.2013

 

Nun ist es offiziell: Die SBB verlieren erstmals Passagiere. Dass der Rückgang mit der Unzufriedenheit vieler Kunden zusammenhängt, schliessen die SBB aus – zum Ärger von Bahnexperten.

 

Wer die jüngste, dreiseitige Medienmitteilung der SBB zur Bilanz des letzten Jahres liest, dem fällt auf: Kein Wort zum Thema Kundenzufriedenheit. Und dies, obwohl die Passagierzahlen erstmals seit langem rückläufig sind - rund 10'000 Passagiere haben den SBB im Vergleich zum Vorjahr den Rücken gekehrt. Die SBB führen eine Vielzahl Gründe ins Feld für diesen Rückgang - praktisch alle sind wirtschaftlicher Natur: die schwächere Konjunktur, der hohe Franken oder die rückläufige Nachfrage im Tourismussektor.

 

 

Für Kurt Schreiber von Pro Bahn, der Interessenvertretung der Schweizer ÖV-Kunden, sind diese Erklärungen eine Enttäuschung. «Klar sind das auch Gründe, die beim Passagierrückgang mitspielen, doch die Unzufriedenheit der Kunden mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis und dem Service darf man nicht einfach ausblenden», sagt Schreiber. Dass der Frust vieler Bahnkunden riesig ist, zeigten auch die rund 500 Kommentare, die 20 Minuten vor rund zwei Wochen erhielt, als die sinkenden Passagierzahlen das erste Mal durch die Medien geisterten.

 

«Gefahr, dass auch Pendler umsteigen»

 

«Zu teuer für eine Familie», «unfreundliches Personal», «ungepflegte Züge», «komplizierte Billetautomate» waren nur einige der mehrheitlich negativen Kommentare. Für Schreiber ist klar: «Die SBB nehmen die Kunden zu wenig ernst.» Kritik kommt auch von Gerhard Tubandt, Sprecher des Verkehrsclubs der Schweiz (VCS): «Die Kombination von Preiserhöhungen und überfüllten Zügen, siffigen Toilleten oder Vandalismus machen das Zugfahren weniger attraktiv.» Obwohl momentan noch vor allem Freizeitkunden das Auto dem Zug vorziehen, zeigt laut Tubandt der weniger starke Anstieg der Passagierzahlen im Regionalverkehr auch eine gewisse Unzufriedenheit bei den Pendlern. «Wenn die SBB nicht reagieren, besteht die Gefahr, dass die Pendler ebenfalls umsteigen.»

 

Bei der SBB betont man auf Anfrage, dass das Unternehmen die Kundenzufriedenheit durchaus ernst nehme. «Sie ist das erste von neun Konzernzielen der SBB und die Rückmeldungen der Kunden messen wir regelmässig», sagt Sprecher Christian Ginsig. Dazu gebe es unter anderem eine repräsentative Telefonumfrage mit 18'000 Personen, zum anderen würden auch schriftliche Reaktionen laufend ausgewertet und wo immer möglich Verbesserungen eingeleitet.

 

Nächster Aufschlag im Dezember?

 

Die Kundenzufriedenheit sei 2012 gesamthaft auf einem hohen Niveau stabil geblieben, so Ginsig. Die Reisenden würden die Pünktlichkeit positiver wahrnehmen als im Vorjahr, die Information bei Störungen hätten sie ebenfalls positiver bewertet. «Kritik gab es beim Preis-Leistungs-Verhältnis und beim Sitzplatzangebot.» Darum investiere man auch jährlich rund 1 Milliarde in neues Rollmaterial. Kundenbewertungen zum Service insgesamt findet man aber auch im rund 400-seitigen Geschäftsbericht der SBB keine einzige. Und bereits im Dezember 2013 könnte es zum nächsten Preisaufschlag kommen.


 

0 Kommentare

Mi

20

Mär

2013

Die Roaminggebühren der Swisscom, Orange und der Sunrise sind ein Ärgernis

Hohe Roaminggebühren sind seit Jahren ein Ärgernis. Trotzdem verzichtet der Ständerat darauf, etwas dagegen zu unternehmen. Während sich Telekomfirmen freuen, übt der Konsumentenschutz harsche Kritik.

 

Bis zu fünf Mal mehr zahlen Schweizer Mobilfunkkunden für das Surfen im Ausland wie Konsumenten in der EU. Daran wird sich kurzfristig nichts ändern. Der Ständerat hat gestern entschieden, den Telekomanbietern noch eine Chance zu geben und legte eine Motion, die eine Preisobergrenze fürs Roaming verlangte,vorerst auf Eis. «Wir gehen davon aus, dass die technische Entwicklung bald soweit ist, dass die Preisdifferenzen wegfallen», sagte CVP-Ständerat Peter Bieri.

Damit sprach er das «local breakout» an, welches per Juli 2014 in der EU eingeführt wird. Dass heisst: Die Mobilfunkanbieter müssen ihren Kunden im Ausland ermöglichen, Datenangebote von lokalen Anbietern zu nutzen. «Davon wird auch die Schweiz profitieren», zeigt sich Bieri überzeugt – und mit ihm die bürgerliche Mehrheit des Ständerats.

Selbst SVP-Mann This Jenny, der die heutigen Preise als «absolute Abzockerei» bezeichnet, kann mit diesem Entscheid leben. «Wir können die Motion jederzeit wieder aktivieren und haben damit ein gutes Druckmittel in der Hand.»

 

«Unter Druck von Lobbyisten eingebrochen»

Für Konsumentenschützerin Sara Stalder ein Affront. «Was unsere Volksvertreter hier abgezogen haben ist ein Trauerspiel.» Der Ständerat habe mit der Sistierung der Motion jeglichen Druck von den Anbietern weggenommen. «Ich vermute stark, dass der Ständerat unter dem Druck der Lobbyisten eingebrochen ist», sagt Stalder. In den zuständigen Kommissionen seien ja auch nur die Anbieter angehört worden. «Vermutlich hat man dort wirtschaftliche Schreckensszenarien an die Wand gemalt, da Roaminggebühren eben eine erspriessliche Einnahmequelle sind», so die Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz. Klar würden die technischen Entwicklungen Änderungen bringen, doch dies könne noch Jahre dauern. «Bis dahin müssen die Schweizer Konsumenten weiter unter hohen Preisen leiden. »Der deutsche Telekom-Experte Scott Marcus zweifelt sogar daran, ob das «local breakout» wirklich auf die Preise drücken wird. Zudem würden dieses nur Daten betreffen, nicht aber SMS oder Telefongespräche.

 

«Problem wird sich von selbst lösen»

Während sich die einen ärgern, freuen sich die anderen. 
Orange-Sprecherin Therese Wenger sagt: «Wir begrüssen den Entscheid des Ständerats, weil eine Preisregulierung kontraproduktiv gewesen wäre.» Erleichtert ist man auch bei der Swisscom und ergänzt: «Das Problem hoher Roaminggebühren wird sich aufgrund der technologischen Entwicklung in den kommenden Jahren von selbst lösen.»

 

Doch auch wenn sich die Telekomanbieter freuen - das Thema ist auch im Parlament noch nicht vom Tisch. Vor zwei Wochen hat der Nationalrat nämlich einen anderen, ähnlich lautenden Vorstoss angenommen.

 

Bericht - 20min.

 

 

0 Kommentare

Fr

01

Mär

2013

Garantie: Das müssen Sie wissen

Seit dem 1. Januar 2013 haben Konsumenten neu zwei Jahre Garantie auf gekauften Waren. Gilt die Frist immer? Welche Mängel sind anerkannt? Darf der Kunde das Geld zurück verlangen?

mehr lesen 0 Kommentare

Fr

01

Mär

2013

Reklamation bei Telefonwerbung

Nerven Sie Anrufe von Firmen, welche Ihnen etwas verkaufen wollen oder Sie zum Abschluss eines Vertrags überreden wollen?

mehr lesen 0 Kommentare

Di

26

Feb

2013

Garantiefrist wird nun korrekt kommuniziert

Newsletter Konsumentenschutz.

Trotz der seit dem 1. Januar 2013 gesetzlich vorgeschriebenen zweijährigen Garantiefrist versuchten zahlreiche Händler, Konsumentinnen und Konsumenten mit diversen Taktiken zu verwirren.

Nachdem die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen (SKS, FRC und

acsi) die schwarzen Schafe öffentlich anprangerte, liessen die meisten Anbieter von offizieller Seite verlauten, dass sie über die neuen Garantiebestimmungen inskünftig korrekt informieren werden.

Dieses Versprechen hat die Allianz bei den grössten Elektronikanbietern stichprobenartig überprüft. Sie kommt dabei zum erfreulichen Schluss, dass trotz anfänglicher Schwierigkeiten nun in der Regel zwei Jahre Garantie angeboten werden.

 

Mit der zu Beginn des neuen Jahres in Kraft getretenen Revision des Obligationenrechts müssen die Händler auf allen Geräten, die neu gekauft werden, eine Garantiefrist von zwei Jahren gewähren.

Problematisch hierbei ist jedoch, dass die Herstellergarantie gegenüber Händlern weiterhin nur ein Jahr beträgt. Das bedeutet, dass Schäden, welche erst im zweiten Jahr nach Kauf der Ware zum Vorschein kommen, durch den Händler selbst übernommen werden müssen. Deshalb versuchten zahlreiche Anbieter, das zweite Jahr Garantie als kostenpflichtige Zusatzversicherung zu verkaufen.

 

Die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen wandte sich daraufhin in einem offenen Brief an jene Verkaufsstellen, welche die Konsumentinnen und Konsumenten nicht korrekt informierten. Sie forderte, inskünftig darauf zu verzichten, angeblich notwendige Garantieverlängerungen in unlauterer Art und Weise als Zusatzprodukte zu vertreiben. Diese hätten den eigentlich gesetzlich abgesicherten Zeitraum des zweiten Jahres vermeintlich decken sollen.

 

Diese Forderung fand bei den meisten Anbietern Gehör und sie sicherten zu, ihre Garantiebestimmungen anzupassen. Um zu überprüfen, ob das Verkaufspersonal tatsächlich entsprechend informiert wurde und die Informationen zur geltenden gesetzlichen Garantiefrist korrekt wiedergegeben werden, hat die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen in zahlreichen Filialen grosser Elektronikanbieter Stichproben durchgeführt. Diese sind überraschenderweise sehr positiv ausgefallen. In allen Filialen wurde auf Anfrage hin auf die neu geltende zweijährige Garantiefrist hingewiesen. An vielen Orten ist dies zudem auch prominent auf den Warenbeschriftungen oder weiteren Schildern festgehalten. Es scheint somit, dass die Initiative der Allianz die Händler dazu bewegen konnte, ihre Verkaufspraxis den geltenden Gesetzesumständen anzupassen. Wie diese jedoch dann tatsächlich umgesetzt werden, wird sich zeigen. Denn nach wie vor ist es so, dass der Konsument selber beweisen muss, dass der Schaden schon von Anfang an vorhanden war, was kaum zu belegen ist. Garantiert ist somit mit der neuen Garantiefrist noch nichts. Die SKS nimmt Hinweise von Konsumentinnen und Konsumenten entgegen, wenn diese ungenügende Garantieleistungen erhalten.

 

Weitere Auskünfte:

 

Sara Stalder, SKS-Geschäftsleiterin 031 370 24 20

 

Janine Jakob, Leiterin Gesundheit und Recht 078 751 37 33

 

Florence Bettschart, FRC, Responsable Politique & Droit,
076 347 08 87 ou 021 331 00 90.

 

Stiftung für Konsumentenschutz, Monbijoustrasse 61, Postfach, 3000 Bern 23

 

Telefon 031 370 24 24, Fax 031 372 00 27, Bestellungen: Telefon 031

370 24 34

 

http://www.konsumentenschutz.ch

 

0 Kommentare

Mi

20

Feb

2013

Reklamationen können sich lohnen

Bericht 20Min.
Von wegen der Klügere gibt nach: Dass sich Beharrlichkeit zuweilen auszahlt, zeigt das Beispiel eines grossen Schweizer Telekommunikationsunternehmens. Doch nicht nur dort lässt man Kulanz walten, wie 20 Minuten Online beweist.

 

Höflich, freundlich und verständnisvoll: Ein Kundenmodell, das ausgedient hat? Wenn man User Nicolas* Glauben schenken darf, trifft das voll und ganz zu. In einem Interview behauptet ein Insider: Wer sich zum Beispiel bei Swisscom hartnäckig genug beschwert, bekommt einen Nachlass oder eine Komplett-Gutschrift.

 

Dran geblieben - viel Geld gespart

Dass sich Swisscom bei besonders beharrlichen Kunden kulant zeigt, bestätigt auch User Matthias G. Vor vielen Jahren schloss er bei Swisscom ein Online-Abo zum Preis von 79 Franken ab. Nur einen Monat später fiel ihm die Werbung «für alle Studenten: Mobile Unlimited für 39 statt 79 Franken» auf. Er versuchte, dieses Angebot im Nachhinein zu nutzen. Das wurde ihm aber mit der Begründung verwehrt, das Angebot gelte ausschliesslich für Neukunden. Nach einigem Hin und Her und diversen Telefonaten mit der Hotline klappte es dann doch. Er bekam das Abo zum Preis von 39 Franken.

 

Auch Matthias W. weiss aus Erfahrung, dass sich Reklamationen häufig auszahlen. Beispiel ZVV: Als reger Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel beschwerte er sich über diverse Zugverspätungen. Auch hier war man kulant und bedachte Herrn W. mit einer Tageskarte.

 

Um die Kunden zufriedenzustimmen, knausert auch Migros nicht. Beschwerde-Profi Matthias W. wollte sich nicht damit zufrieden geben, dass ein Haarfärbemittel in Verbindung mit einem Haargel selbst nach Wochen noch abfärbte. Eine Reklamation und schon bekam W. das gesamte Magic Stylingset als Entschädigung. Mit einem rüden Ton kommt man beim Kundenservice des Grossverteilers allerdings nicht weiter: «Wer freundlich und anständig, aber bestimmt auftritt, hat sicherlich die besten Karten», meint Urs Peter Naef, Mediensprecher bei Migros. Naef betont, dass man sich beim Detailhandels-Riesen kooperativ zeige - allerdings sei «Kulanz immer abhängig vom vorliegenden Schaden».

0 Kommentare

Mi

20

Feb

2013

Internetausfall bei der Swisscom

Bericht 20Min.
Swisscom-Kunden aus der ganzen Schweiz melden, dass sie zurzeit nicht ins Internet kommen. Der Kundendienst ist wegen Überlastung nicht erreichbar.

 

Mehrere Leserreporter schreiben, dass ihr Internetanschluss seit heute morgen nicht mehr funktioniert. Die Leitungen zum Kundendienst laufen dermassen heiss, dass viele Anrufer nicht durchgestellt werden können.

Auf ihrer Website informiert die Swisscom, dass der Zugriff aufs Web wegen einer Störung beeinträchtigt ist. Betroffenen Kunden wird davon abgeraten, eigenhändig Konfigurationsänderungen an ihren Interneteinstellungen vorzunehmen.

 

Wann die Probleme behoben werden können und wie viele Kunden betroffen sind, ist noch unklar. Zur Ursache wurden bislang keine Angaben gemacht.

1 Kommentare

Di

19

Feb

2013

Preisüberwacher leitet Verfahren gegen Post ein

Bericht NZZ.
Die Verhandlungen von Preisüberwacher Stefan Meierhans mit der Post über eine Reduktion der Preise der inländischen Brief- und Paketpost sind gescheitert. Der Preisüberwacher hat nun ein formelles Verfahren gegen die Post eröffnet.

 

(sda) Die Analyse des Preisüberwachers der Gewinn- und Kostensituation bei der Post hatte gezeigt, dass hier ein Potenzial für Preissenkungen bestehe, wie er am Dienstag mitteilte. Bestätigt sich in dem jetzt eingeleiteten Verfahren, dass gewisse Preise überhöht sind, so kann der Preisüberwacher gemäss Preisüberwachungsgesetz einen beschwerdefähigen Entscheid erlassen.

 

Bei den reservierten Diensten (Briefpost bis 50 Gramm) kann der Preisüberwacher Empfehlungen an das zuständige Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) oder gegebenenfalls an den Bundesrat richten.

0 Kommentare

Mo

18

Feb

2013

Beschwerderekord wegen Ärger mit Ärzten

Bericht 20Min. von A. Hirschberg - Die Schweizer Patientenstellen haben noch nie so viele Beschwerden erhalten wie 2012. Grund dafür sind ausländische Zahnärzte und die neue Abrechnung der Spitäler.

 

Die Patientenstellen in der ganzen Schweiz wurden 2012 mit Anfragen überschwemmt. In der Zentralschweiz sind es 20 Prozent mehr, Aargau-Solothurn verzeichnen gar einen Drittel mehr Anfragen - von 900 auf 1200. Zürich und Ostschweiz haben die Zahlen noch nicht ausgewertet, sprechen aber von einem «deutlichen Anstieg».

Für die Welle von Beschwerden gibt es laut den Patientenstellen mehrere Erklärungen. Laut Erika Ziltener von der Patientenstelle Zürich war die Anlaufstelle 2012 viel in den Medien. «Die Leute wissen erst jetzt, dass es uns gibt und wenden sich an uns.»

 

Problematische Zahnbehandlungen

Es gebe aber auch mehr Fälle, die zu Anfragen führten. Ein Faktor seien neu die Zahnärzte. Immer öfter sorgen deren Behandlungen bei Patienten für Schmerzen oder Probleme. «Derzeit wird ein harter Kampf unter den Zahnärzten geführt», sagt Yvonne Blöchliger. Aufgrund der Personenfreizügigkeit strömten ausländische Zahnärzte in die Schweiz, die nicht immer den Ausbildungsstand Schweizer Zahnärzte haben. «Problematische Behandlungen nehmen zu», bestätigt Erika Ziltener.

So seien beim Ziehen von Weissheitszähnen etwa nötige Voruntersuchungen nicht gemacht worden. Die Folge seien bleibende Nervenschäden. Auch nach dem Flicken von Löchern gibt es öfter Probleme. So werde die Kaufläche oft nicht richtig abgeschliffen und die Patienten hätten nach der Behandlung grosse Schmerzen beim Beissen.

 

Mit kompliziertem Verband alleine gelassen 
Als wichtigster Auslöser für die Flut an Beschwerden gilt jedoch die Einführung der Fallpauschale. So wurde etwa ein zuvor operierter Patient am Freitagabend nach Hause geschickt und kurzfristig der Spitex übergeben. Diese sollte ihm die nötige Spritze Blutverdünnungsspritze einmal täglich verabreichen. Am Wochenende herrschte aber Personalmangel und die Behandlung wurde nicht durchgeführt. Das sei gefährlich und letztlich leide der Patient. 

In einem anderen Fall schickte man eine Patientin mit einem komplizierten Verband nach Hause, der gewechselt werden musste. Der Wechsel entpuppte sich für einen Laien als zu heikel: Die Wunde entzündete sich und die Patientin musste erneut hospitalisiert werden. Hätte man sie ein bis zwei Tage länger im Spital behalten, wäre ihr Spitalaufenthalt kürzer ausgefallen.

 

Mit Krebs im Endstadium nach Hause geschickt 
Besonders stossend ist aber der Fall einer Patientin mit Krebs im Endstadium. Sie musste ein Wochenende mit grossen Schmerzen Zuhause verbringen, weil sie wegen der Fallpauschale ohne Nachbetreuung am Freitag aus dem Spital entlassen wurde. Die Wiederaufnahme war erst für Montag geplant.

 

Auch Beschwerden rund um ambulante Behandlungen häufen sich. So musste eine Frau mit Herzproblemen eine Augenoperation machen. Der Arzt wollte sie wegen des Herzens eine Nacht im Spital lassen. Die Krankenkasse wollte dies aber nicht bezahlen, weil die Fallpauschale eine ambulante Behandlung vorsah und die Übernachtung extra verrechnet worden wäre.

 

Spitäler sollen handeln

Ziltener fordert nun konkrete Massnahmen - beispielsweise ein breites Spitexangebot und Übergangsstationen in Spitälern, in denen Patienten die Zeit zwischen Akutstation und Heimkehr verbringen können. «Wir müssen sicherstellen, dass Patienten erst dann heimgeschickt werden, wenn für sie keinerlei Gefahr mehr besteht und die Nachbehandlung sichergestellt ist.»

Ob und wann ihre Forderungen umgesetzt werden, ist aber fraglich. Zulezt beurteilte etwa der Zürcher Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger die neue Spitalfinanzierung als durchwegs positiv.

 

Hilfreiche Links:

http://www.ombudsstelle-spitalwesen.ch/

 

 

 

 

0 Kommentare

Mo

18

Feb

2013

Hilcona-Produkte bei Coop enthalten Pferdefleisch

Der Pferdefleischskandal weitet sich auch in der Schweiz aus: Coop nimmt alle Hilcona-Produkte aus den Regalen.

 

Laboranalysen bestätigen, dass vier Hilcona-Produkte im Coop-Sortiment Anteile von Pferdefleisch aufweisen. Der Verkauf dieser Produkte wurde sofort gestoppt, teilt Coop mit.

Folgende Produkte werden vorübergehend aus dem Verkauf genommen. Sie können in allen Coop-Supermärkten zurückgegeben werden, das Geld wird zurückerstattet.

 

  • Fertiggericht Plan B hot chili 370 gr
  • Spaghetti alla Bolognese 500 gr
  • Sugo 425 gr und 210 gr
  • Fertiggericht Hörnli mit Gehacktem 370 gr

 

Wie der Detaillhändler mitteilt, werden die Artikel auf Schweizer Fleisch umgestellt und ab Mittwoch, 20. Februar, schrittweise wieder in das Sortiment aufgenommen. «Coop bedauert sehr, dass Coop-Produkte von diesem europäischen Betrugsfall betroffen sind», heisst es in der Mitteilung.

 

Verstärkt auf Schweizer Fleisch setzen

Coop werde die Qualitätskontrollen gemeinsam mit ihren Lieferanten weiter intensivieren. Zudem werde man die Strategie, auf Schweizer Produkte zu setzen, konsequent weiter verfolgen und bei den Eigenmarken-Fertigprodukten die Umstellung auf Schweizer Fleisch vorantreiben.

Coop musste schon letzte Woche eine Fertiglasagne aus dem Verkehr ziehen, weil darin Anteile an Pferdefleisch festgestellt worden sind.

 

In Österreich bereits aus den Regalen genommen

Der deutsche Fleischverarbeiter Vossako war im Zusammenhang mit dem Lebensmittelskandal bereits am Wochenende erwähnt worden: Das liechtensteinische Unternehmen Hilcona hatte mitgeteilt, dass von diesem Lieferanten möglicherweise das Pferdefleisch stamme, das für Tortelloni aus dem Lidl-Sortiment verwendet worden sei. Nach Tests in Österreich hatte Lidl das Produkt am Freitag zurückgezogen.

Als anderer möglicher Lieferant war die Suttero AG in Gossau SG genannt worden. In einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur sda erklärt das Unternehmen, dass das fragliche Fleisch mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht von Suttero geliefert worden sei.


0 Kommentare

Sa

16

Feb

2013

Pferdefleisch-Spur führt in die Schweiz

Bericht 20Min.

In «Combino Tortelloni Rindfleisch» wurden Pferdefleischspuren gefunden. Hergestellt wurden die Teigwaren zum Teil von der Liechtensteiner Hilcona, an welcher die Schweizer Bell beteiligt ist.

 

Der Pferdefleisch-Skandal hält Europa weiterhin in Atem. Neueste Hinweise deuten nun darauf hin, dass auch Unternehmen im Fürstentum Liechtenstein und in der Schweiz betroffen sein könnten.

 

Entgegen den bisherigen Beteuerungen ist nämlich offenbar auch der grösste Schweizer Fleischverarbeiter Bell in den Pferdefleisch-Skandal involviert. Die Spur führt zur Liechtensteiner Hilcona und möglicherweise ins st. gallische Gossau.

 

Von der dort ansässigen Suttero oder aber vom deutschen Hersteller Vossko aus Ostbevern stammen die Fleischlieferungen für Tortelloni, in welchen Pferdefleisch festgestellt wurde, wie das Unternehmen Hilcona auf seiner Webseite schreibt. Hilcona gehört knapp zur Hälfte dem Schweizer Fleischverarbeiter Bell, der seinerseits mehrheitlich im Besitz von Coop ist.

 

Tortelloni in Schaan hergestellt

Nach Angaben des deutschen Discounters Lidl wurde das Fleisch von Hilcona in Schaan im Fürstentum Liechtenstein zu «Combino Tortelloni Rindfleisch» verarbeitet. Lidl verkauft die Tortelloni unter Hilconas Handelsmarke Gusto in Deutschland und Österreich.

Nachdem die österreichischen Gesundheitsbehörden in den Tortelloni Pferdefleisch nachgewiesen hatten, nahm der Lidl die Teigwaren umgehend aus den Regalen. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA versicherte Hilcona am Samstag, dass das Produkt in der Schweiz nicht erhältlich ist. Der Fleischwarenhersteller Suttero war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar.

 

Noch an der Bilanzmedienkonferenz vom Freitag hatte Bell-Chef Lorenz Wyss zugesichert, weder Bell noch Hilcona seien vom Pferdefleisch-Skandal betroffen. Coop musste vor wenigen Tagen wegen falsch deklariertem Fleisch eine Fertiglasagne zurückziehen.

Nicht betroffen vom Pferdefleisch-Skandal ist offenbar die Migros. Für die Schweiz gaben die Kantonschemiker am Freitag Entwarnung: Sie hatten in umfangreichen Tests keine weiteren Fertigprodukte mit nicht deklariertem Pferdefleisch gefunden.

 

Grossbritannien setzt Pferdefleisch-Razzien fort

In Grossbritannien gingen die Untersuchungen im Pferdefleischskandal am Samstag unvermindert weiter. Wie die Polizei mitteilte, wurden bei Razzien in drei Fleisch verarbeitenden Betrieben in London und in Hull in Nordost-England umfangreiches Probematerial und Computerunterlagen beschlagnahmt.

 

Bisher sind unter 2500 getesteten Produkten in Grossbritannien lediglich in 29 Fällen Pferdefleischspuren gefunden worden. Getestet wird das Fleisch auch auf Spuren von Medikamenten, nachdem britsches Pferdefleisch mit Phenylbutazon nach Frankreich gelangt war.

Zum Schutz seiner Konsumenten will Frankreich nun rasch eine freiwillige Kennzeichnung von Fleisch erreichen. Darüber werde in der kommenden Woche mit französischen Fleischverarbeitern verhandelt, sagte Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll der Zeitung «20 Minutes».

Veränderungen der Vorschriften lägen in europäischer Kompetenz und seien schwieriger. Der Skandal um als Rind ausgezeichnetes Pferdefleisch unterstreicht aus Sicht Le Folls die Position für eine Kennzeichnung mit der Herkunft des Fleisches.

Für den Landwirtschaftsminister gibt es noch zusätzlichen Handlungsbedarf. So brauchten Unternehmen, die Fleisch nicht verarbeiten, bisher keine entsprechende Zulassung. Damit sei Handel in einem Lebensmittelbereich ohne besondere Kontrollen möglich.

 

72 Tonnen nach Deutschland geliefert

In Frankreich ist das Unternehmen Spanghero schwer belastet. Es soll für falsch deklarierte Lieferungen verantwortlich sein. Das Unternehmen weist das zurück. Nach Ermittlungen hat Spanghero aber wissentlich solches Fleisch etwa an den Hersteller Comigel verkauft. Dort wurde es verarbeitet und auch nach Deutschland geliefert.

Insgesamt soll Comigel rund 4,5 Millionen Fertiggerichte mit falsch deklariertem Fleisch von Spanghero hergestellt haben, die an mindestens 28 Unternehmen in 13 europäischen Ländern verkauft wurden. Nach Deutschland etwa wurden nach neuesten EU-Informationen 179'000 Packungen der verdächtigen Lasagne geliefert. Das entspricht rund 72 Tonnen.


0 Kommentare

Sa

16

Feb

2013

Coop-Lasagne bleibt der einzige Fall

Bericht 20Min.

In einer gross angelegten Aktion haben die Kantonschemiker rund 100 Fertigprodukte in der Schweiz getestet. In keinem von ihnen ist nicht deklariertes Pferdefleisch aufgetaucht.

 

In Schweizer Läden sind bisher keine weiteren Fertigprodukte mit nicht deklariertem Pferdefleisch aufgetaucht. Die Kantonschemiker haben bis am Freitag rund 100 Fertigprodukte wie Lasagne, Fleischsaucen und Hamburger kontrolliert.

 

Keines der getesteten Produkte mit Fleisch habe Spuren von Pferdefleisch aufgewiesen, teilte der Verband der Kantonschemiker der Schweiz am Freitag mit. Die getesteten Produkte sollten bei Grossverteilern und in Engros-Märkten verkauft werden und stammten aus dem In- und Ausland. Auch bei Inspektionen bei Importeuren und Grossverteilern hätten sich keine Unregelmässigkeiten gezeigt.

 

Regelmässige Kontrollen

 

Der Fall bei Coop, bei dem in Lasagne Pferdefleisch gefunden wurde, obwohl es nicht deklariert war, bleibt damit der einzige in der Schweiz. Da das Produkt aus den Regalen genommen wurde, berücksichtigen es die Kantonschemiker nicht mehr bei ihren Tests.

 

Die Kantonschemiker weisen weiter daraufhin, dass sie regelmässig Kontrollen durchführten, um die Deklaration der Tierarten zu überprüfen. Bei Abweichungen würden umgehend Massnahmen angeordnet. Durch diese Untersuchungen würden die Produzenten abgeschreckt, nicht deklariertes Fleisch absichtlich beizumischen.

 

Die gross angelegten Tests führten die Kantonschemiker durch, nachdem in Grossbritannien in Fertigprodukten grosse Anteile von nicht deklariertem Pferdefleisch in Fertig-Lasagne, Beef-Burgern und Bolognese-Sauce nachgewiesen worden waren. Die Proben in der Schweiz wurden in den Labors von Aargau, Bern, Waadt, St. Gallen und Zürich mit einer genanalytischen Methode untersucht.

 

0 Kommentare

Sa

16

Feb

2013

Coop nimmt Lasagne aus den Regalen

Bericht Tagesanzeiger.

Der europaweite Skandal um Pferdefleisch ist in der Schweiz angekommen: Die Lasagne einer Coop-Eigenmarke stammt von einem betroffenen Hersteller. Coop will weitere Produkte prüfen.

 

Haben auch Sie unwissentlich eine Lasagne mit Pferde- statt Rindfleisch gegessen? Möglich wäre es. Die Lasagne einer Coop-Eigenmarke stammt von Comigel, dem Hersteller aus Frankreich, dessen Produkte in Grossbritannien einen Sturm der Entrüstung ausgelöst haben. Coop hat laut «Tages-Anzeiger» reagiert und die Lasagne vom Markt genommen.

 

Die Schweiz ist nach heutigem Kenntnisstand vom Pferdefleisch-Skandal nicht betroffen. Das versichert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

 

Die Schweizer Behörden würden von der EU aktiv informiert, falls problematische Lieferungen in der Schweiz auf den Markt gelangt wären, schreibt das BAG in einer Stellungnahme. Die EU verfügt mit dem «Rapid Alert System of Food and Feed» (RASFF) über ein europaweites Schnellwarnsystem vor auffälligen Lebensmitteln und behördlich angeordneten Lebensmittel-Rückrufen.

 

Für die Überwachung von Fleischerzeugnissen sind in der Schweiz die kantonalen Laboratorien zuständig. Fleischerzeugnisse werden von diesen routinemässig auf Tierarten untersucht. Derzeit würden in mehreren Kantonen zusätzliche Kontrollen durchgeführt, schreibt das BAG. Der Handel sei ebenfalls verpflichtet, seine Produkte zu untersuchen.

EU bespricht Massnahmen

 

Der Pferdefleischskandal ruft auch die EU-Kommission auf den Plan. Gesundheitskommissar Tonio Borg trifft sich morgen in Brüssel mit anderen Politikern, um über die Auswirkungen der Affäre zu sprechen.

 

Lebensmittelkontrolleure hatten zuerst in Irland festgestellt, dass Rindfleischprodukte auch Pferdefleisch enthielten. Betroffen waren etwa Hamburger. Inzwischen weitet sich der Skandal auf immer mehr Länder aus. Zu den betroffenen Firmen gehören die Supermarktkette Tesco und Burger King. Eine besonders grosse Empörung gab es in Grossbritannien, wo der Verzehr von Pferdefleisch weithin abgelehnt wird. (sda)

«Die Abklärungen laufen, ob und inwieweit die Ware falsch deklarierte Fleischsorten enthielt», teilt Coop-Sprecher Urs Meier mit. Der Konzern führe, um auf Nummer sicher zu gehen, auch Stichproben bei weiteren Produkten durch.

 

Kantone nehmen Proben

 

Auch die Behörden sind nicht untätig gewesen in den letzten Tagen. So haben die Kantonschemiker in den Kantonen Bern und Aargau jeweils 30 verschiedene Proben von Fertiglasagne, Fleischsaucen und Hamburgern aus sämtlichen Grossverteilern analysiert. Bis Ende Woche sollen die Resultate der Tests vorliegen.

 

«Es handelt sich um ein aussergewöhnliches Ereignis», hält Otmar Deflorin, der Berner Kantonschemiker, fest. Er geht von einem «gezielten Betrugsversuch» aus, da in Grossbritannien bis zu 100 Prozent Pferdefleisch in den Proben gefunden wurden. Er sei erstaunt, sagte er der Zeitung weiter, dass es innerhalb der EU zu einem solchen Fall gekommen sei. Schliesslich würden die gleichen Regeln gelten wie hierzulande.

 

Migros-Lasagne mit Schweizer Rindfleisch

 

Der Detailhändler Migros sieht keine Veranlassung, wegen des Pferdefleisch-Skandals Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. Migros importiere keine Lasagne, sondern stelle sie selber her, sagte Sprecherin Monika Weibel am Dienstag.

 

Dafür würden ausschliesslich Schweizer Rindfleisch verwendet. Ausnahme sind laut Weibel die M-Budget-Lasagnen: Die Frischlinie werde mit Schweinefleisch hergestellt, für die Tiefkühl-Lasagne werde auch ausländisches Rindfleisch verwendet.

 

Dieses werde aber von Partnern des Migros-Fleischverarbeiters Micarna am Stück und nicht als Hackfleisch angeliefert. Eine Täuschung wäre laut Weibel schon aus diesem Grund ausgeschlossen. Trotzdem sind nach Angaben der Sprecherin alle Lieferungen nach Bekanntwerden der Falschdeklarationen noch einmal im Labor untersucht worden.

 

Mit den im Zusammenhang mit dem Pferdefleisch-Skandal genannten Fleischlieferanten bestünden keine Geschäftsverbindungen. Migros sehe darum keine Veranlassung, Produkte aus dem Verkauf zurückzuziehen.

 

Aldi, das in Grossbritannien vom Skandal betroffen ist, hat die betroffenen Produkte in seinen Schweizer Filialen nicht im Sortiment.

 

0 Kommentare

Di

12

Feb

2013

Pferdefleischskandal erreicht die Schweiz

Bericht des Konsumentenschutz.

Pferdefleischskandal erreicht die Schweiz

 

Keine Abstriche bei verarbeiteten Produkten

Der europäische Skandal um Pferdefleisch, welches in verarbeiteten Produkten als Rindfleisch verkauft wird, hat die Schweiz erreicht: Der Fall zeigt, dass die Kontrolle der Rohstoffe angesichts der komplexen Warenströme zu leicht umgangen werden kann. Für die SKS ist klar, dass im Lebensmittelgesetz die Bestimmungen für stark verarbeitete Lebensmittel keinesfalls verwässert werden dürfen, wie dies von der vorberatenden Kommission des Nationalrates vorgeschlagen wurde.

 

Mit dem Verkauf von billigem Pferdefleisch als Rindfleisch werden die Konsumenten auf das Gröbste getäuscht. Der aktuelle Fall zeigt, dass die Waren- und Verarbeitungswege äusserst komplex geworden sind und die Bestimmungen dazu allzu leicht umgangen werden können. Es wird aufschlussreich zu erfahren sein, wie lange dieser grobe Betrug funktionierte, ohne dass ihn die Kontrollbehörden aufdecken konnten.

 

Der Fall zeigt zudem, dass die Schweiz auch hier keine Insel ist: Die Lebensmittelgesetzgebung der Schweiz ist weitgehend der EU-Gesetzgebung angeglichen, ebenso die Bestimmungen zur Rückverfolgbarkeit Es hat nun höchste Priorität, dass die Schweizer Kontrollbehörden und die Anbieter selbst umfassende Überprüfungen der verarbeiteten Produkte mit Fleisch vornehmen und die Konsumenten vollständig über die Ergebnisse aufklären.

 

Für die SKS ist eine der Konsequenzen dieses Skandals, dass im Lebensmittelrecht, welches im Frühjahr im Parlament beraten werden soll, keine Aufweichungen bezüglich stark verarbeiteter Produkte vorgenommen werden dürfen: Die vorberatende Kommission des Nationalrates will, dass bei diesen Produkten das Produktionsland nicht mehr deklariert werden muss. Die Kommission will zudem dem Bundesrat die Kompetenz einräumen, auch weitere Abstriche bei der Deklaration vorzunehmen, um die Entwicklung des EU-Rechts nachvollziehen zu können.

 

Für die SKS ist dies der falsche Weg, wie die Aktualität zeigt:

Gerade stark verarbeitete Produkte ­ wie die betroffene Findus-Lasagne und weitere Produkte ­ bieten sich für betrügerische Machenschaften an, die Gesetzgebung muss hier besonders strikt und konsequent sein.

 

Aus dem aktuellen Fall gilt es die Lehren zu ziehen ­ von Seiten der Anbieter, der Kontrollbehörden und auch den Behörden und Politikern. Die SKS wird sich dafür stark machen, dass dies in der laufenden Revision des Lebensmittelgesetzes nicht vergessen geht.

 

Weitere Auskünfte:

 

Josianne Walpen, Leiterin Ernährung und Landwirtschaft 031 370 24 23

 

 

Stiftung für Konsumentenschutz, Monbijoustrasse 61, Postfach, 3000 Bern 23

 

Telefon 031 370 24 24, Fax 031 372 00 27, Bestellungen: Telefon 031

370 24 34

 

http://www.konsumentenschutz.ch

0 Kommentare

Mo

11

Feb

2013

Schweizer zahlen zu viel für Handynutzung im Ausland

Medienmitteilung des Konsumentenschutz.ch

 

Bern, 11. Februar 2013

 

Schweizer zahlen zu viel für Handynutzung im Ausland

 

Roaming-Tarife: Gelbe Karte für Ständeräte!

 

Wer im Ausland sein Handy benutzt, erhält oft eine happige Rechnung.

Deshalb hat die EU Maximaltarife für das sogenannte Roaming eingeführt. Die Kommission des Ständerates will jedoch nichts von einer solchen Regelung wissen und empfiehlt einen entsprechenden Vorstoss <http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20113524>

zur Ablehnung. Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) fordert daher alle Konsumentinnen und Konsumenten auf, diesen Ständeräten die digitale gelbe Karte zu zeigen.

 

Schweizer und Schweizerinnen, die ihr Handy im Ausland benutzen, zahlen Höchstpreise. Während die EU Maximaltarife für das sogenannte Roaming kennt, will die Kommission des Ständerates nichts

unternehmen: Mit 9:3, beziehungsweise 8:4 Stimmen haben die Kommissionsmitglieder zwei Vorstösse abgelehnt, die eine Senkung der Tarife verlangten. Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) fordert daher alle Konsumenten auf, diesen Ständeratsmitgliedern online auf http://www.konsumentenschutz.ch möglichst viele gelbe Karten zu zeigen. Das Ergebnis wird den Parlamentariern noch vor der nächsten Session im März bekanntgegeben, in der der Ständerat voraussichtlich über dieses Geschäft entscheiden wird.

 

Die Kommission des Ständerates hat an ihrer Sitzung ausserdem beschlossen, den Bundesrat zu beauftragen, bis Ende 2014 einen Bericht über die Entwicklung der Roaming-Gebühren zu verfassen. Für SKS-Präsidentin Prisca Birrer-Heimo dauert das viel zu lange: „Dass die Roaming-Gebühren in der Schweiz zu hoch sind, ist seit langem bekannt. Die Fakten liegen auf dem Tisch. Wenn man schon einen Bericht will, lässt sich der in zwei, drei Monaten verfassen. Alles andere ist Zeitspiel auf Kosten der Schweizer Konsumenten.“

 

Weitere Informationen:

 

Prisca Birrer-Heimo, Präsidentin SKS, Tel. 079 741 21 59

 

André Bähler, Leiter Politik und Wirtschaft SKS, Tel. 031 370 24 21

 

Stiftung für Konsumentenschutz, Monbijoustrasse 61, Postfach, 3000 Bern 23

 

Telefon 031 370 24 24, Fax 031 372 00 27, Bestellungen: Telefon 031

370 24 34

 

http://www.konsumentenschutz.ch

0 Kommentare

Fr

08

Feb

2013

Zeitschriften: Schweiz bleibt teuer

Newsletter Konsumentenschutz.
Die Konsumentenschutz-Organisationen veröffentlichten heute die Resultate der aktuellsten Erhebung der Zeitschriftenpreise auf http://www.preisbarometer.ch . Während sich die Preise in der Deutschschweiz und im Tessin hartnäckig auf einem hohen Niveau halten, freut sich die Romandie über einen leichten Preisrückgang gegenüber dem Nachbarland Frankreich. Dennoch sind auch in diesem Fall die Preisunterschiede immer noch beträchtlich.

 

Vor sechs Monaten wurden das erste Mal die Preise der Zeitschriften in der Schweiz im Vergleich zum umliegenden Ausland erhoben. Die neusten Erhebungen zeigen nun, dass die Preise in der Schweiz insgesamt etwas gesunken sind. Dieser leichte Rückgang kommt allerdings nicht allen Schweizerinnen und Schweizern zu Gute, denn er entstand hauptsächlich durch Preissenkungen in der Romandie.

 

Während sich der Preisunterschied für Zeitschriften in der französischsprachigen Schweiz im Vergleich zu Frankreich um 7 Prozentpunkte reduziert hat (von 64% Unterschied im Juni 2012 zu 57% Unterschied im Januar 2013), verharren die Preise in der Deutschschweiz und im Tessin auf dem gleichen Niveau, wie zum ersten Erhebungszeitpunkt. Deutschschweizer bezahlen weiterhin 57% mehr als Deutsche und 41% mehr als Österreicher. Noch schlechter gestellt ist allerdings das Tessin: dort kosten die identischen Presseerzeugnisse mehr als doppelt so viel (plus 105%) als in Italien.

 

Insgesamt wurde in den letzten sechs Monaten in der Romandie die Preise von fünf Zeitschriften gesenkt. Während die Herausgeber von Point, Elle und Nouvel Observateur eine Preissenkung im Schweizer Markt veranlassten, ohne dass sich der französische Preis änderte, handelte es sich bei der Preissenkung von fan2 um eine Weitergabe einer Preissenkung aus Frankreich. Zudem wurde der Preis der Zeitschrift Tennis Magazine in der Schweiz leicht gesenkt, obwohl er in Frankreich angestiegen ist.

 

In der Deutschschweiz gab es lediglich bei einer Zeitschrift eine leichte Preissenkung (InStyle). Bei drei weiteren kam es zu einem Preisanstieg (Focus, Sport Bild und Kicker). Bei diesen drei Zeitschriften wurde allerdings auch der Preis in Deutschland und Österreich angehoben. Bei weiteren drei Zeitschriften (Girl, Essen&Trinken und P.M. Magazin) blieb der Preis in der Deutschschweiz konstant, obwohl er in Deutschland und Österreich angestiegen ist.

 

Die detaillierten Resultate sowie ein ausführlicheres Faktenblatt <http://konsumentenschutz.clients.liip.ch/files/pdfs/13_02_factsheet_zeitschriften_welle-2_d.pdf>

finden Sie auf http://www.preisbarometer.ch .

 

Weitere Auskünfte:

 

André Bähler, Stiftung für Konsumentenschutz, Tel. 031 370 24 21

 

Michel Rudin, Konsumentenforum, Tel. 031 380 50 33 oder 078 804 30 30

 

Laura Regazzoni, ACSI, Tel. 079 725 14 18

 

Mathieu Fleury, FRC, Tel. 021 331 00 90

 

Nadia Thiongane, FRC, Tel. 021 331 00 90

0 Kommentare

Mi

06

Feb

2013

BBC rügt SBB: Ticket-Politik ist «PR-Desaster»

20Min. Bericht von P. Dahm - Gerade noch feierte die BBC die Schweiz für ihren «fantastischen öffentlichen Nahverkehr». Doch nun erhalten die SBB einen Rüffel. Schuld ist das neue Ticket-System.

 

Wenn es um die Schweiz geht, geraten BBC-Journalisten schon mal ins Schwärmen. «Viadukte aus Kalkstein, schneebedeckte Gipfel, mit Schwänen gespickte Seen und smaragdgrüne Täler - die Schweiz bietet Szenarien, von denen man nie genug bekommt», schwelgte der britische Medienriese noch im vergangenen Sommer.

 

Dabei könne man sich auf den «fantastischen öffentlichen Nahverkehr» verlassen. «Das Bahnsystem der Schweiz wird in Sachen Fortschrittlichkeit und Nutzung durch Einheimische nur vom japanischen geschlagen.»

Heute ist diese Begeisterung jedoch Ernüchterung gewichen, berichtet die BBC-Korrespondentin nach London: «Die Schweizer Liebesbeziehung zur Bahn kühlt ab», lautet der Titel ihres Rapports.

 

«Alles begann mit der Entscheidung, den Billettverkauf in Zügen einzustellen», ärgert sich die britische Autorin. «Die Schweizer waren lange stolz auf ihre Eisenbahnen, doch eine neue, strenge Billett-Politik hat die Liebesbeziehung abgekühlt.» Auch wenn es neue Möglichkeiten zur Bezahlung wie etwa per Handy gebe, beurteilt sie die Ticket-Politik der SBB als «bitteres PR-Desaster».

 

Die Negativbeispiele

Drei Beispiele führt sie an, die ihre These belegen sollen: Erstens sei ein junger Mann gebüsst worden, weil er sein Billett per Stift entwertet, nachdem die Stempelmaschine am Perron nicht funktioniert hat. Zweitens habe ein Pensionär, der mit seinem Enkel unterwegs war, eine Strafe zahlen müssen: Der Junge habe beide Billette per Handy bezahlt, doch von diesen elektronischen Tickets darf pro Person nur eines gekauft werden. Beim dritten Fall handelt es sich um die Journalistin selbst. Ihr Problem: Sie hat den Fahrschein zu spät gekauft.

Weil der Zug bereits vier Minuten rollte, als sie per Natel das Billett kaufte, hat sie die Fahrt ohne gültiges Ticket angetreten. Erst «mehrere Wochen später» habe sie überhaupt begriffen, welches Vergehens sie beschuldigt wird. «Umsonst die Proteste von 750 Passagieren in der Schweiz, die täglich ähnliche Bussen bekommen», endet der Bericht lakonisch. «Die Schweizer Bahn hat etwas verloren: die gute Beziehung zu ihren Kunden.»

 

«Klassische» Probleme

Kurt Schreiber, Präsident der Vereinigung «Pro Bahn», nennt die beschriebenen Probleme «klassisch», sagt mit Blick auf die BBC-Reporterin aber auch: «So geht es natürlich nicht. Die Frau hätte sich bei den SBB melden sollen. Wenn ein Automat auf einem Perron kaputt ist, ist das ein Grund für eine Rückerstattung. Man muss den SBB nur einen Brief schicken.» Das Kontrollpersonal würde ausserdem täglich über ausgefallene Billett-Geräte informiert, weiss Schreiber.

Dass die Dame blechen musste, weil sie das Ticket nur wenige Minuten zu spät gekauft hat, ficht der Bahn-Verfechter nicht an. «Man muss das Billett nun mal kaufen, bevor die Fahrt beginnt. Bei einem Konzert kann man ja auch nicht später zahlen.» Und auch der junge Mann, der seinen Fahrausweis mit dem Stift entwertet hat, findet bei Schreiber nach der Umstellung auf das neue Ticket-System keine Gnade mehr. «Da könnte ja jeder schnell den Stift zücken, wenn der Kondukteur den Wagen betritt», erklärt er. «Es geht um den Schutz der ehrlichen Kunden.»

 

0,1 Prozent Schwarzfahrer

Ins selbe Horn stösst SBB-Sprecher Christian Ginsig, der betont, dass das Gros der Kunden auf der richtigen Spur sei. «Pro Tag werden in Zügen der SBB weniger als 1000 Fälle auf eine Million Reisende registriert, was einer Quote von 0,1 Prozent aller Reisenden entspricht. Statistisch reist auf zwei Fernverkehrszüge ein einzelner Passagier ohne Ticket.» Er beteuert, dass mit den Bussen keinerlei Kasse gemacht werde - die Einnahmen betragen demnach nur einen Bruchteil des Schadens, der durch Schwarzfahren entsteht.

 

«Unser Ziel ist es, dass die Kunden vor Reiseantritt ein Billett lösen», so Ginsig. Bereits bestehende Verkaufskanäle wie Billettautomaten oder -schalter an Bahnhöfen seien deshalb gezielt durch Vertriebswege wie Internet und Mobilfunk erweitert worden. Das sei beim Passagier angekommen: «Die Kennzahlen der Billettpflicht zeigen, dass diese breit akzeptiert und auch bei den Kunden bekannt ist.»

4 Kommentare

Mi

06

Feb

2013

Ärger mit den Billetautomaten der SBB - Bericht 20min. vom 06.02.2013

Ein Ziel

acht Routen

vier Preise

und viel Ärger

 

Bericht im 20Min. von Andreas Bättig - Viele Wege führen nach Lenzburg – nur welcher ist der «normale»? Die vielen Reisevarianten, welche die aktualisierten SBB-Billettautomaten anbieten, überfordern die meisten Bahnkunden.

 

Wer früher mit dem Zug von Zürich nach Aarau wollte, konnte am Billettautomaten nichts falsch machen. Man drückte auf «Aarau» und hatte Sekunden später das Ticket in der Hand. Wer heute ein Billett für die gleiche Strecke lösen will, muss nicht nur Geographie studiert haben, sondern auch ein absoluter Kenner des gesamten Schweizer ÖV-Netzes sein. Denn der Automat spuckt vier verschiedene Möglichkeiten mit drei unterschiedlichen Preisen aus, wie Aarau zu erreichen ist.

Der Ärger ist programmiert – und das nicht nur für Aarau-Reisende. Richtig kreativ wird der Ticketautomat bei einer Reise nach Lenzburg: Acht Reisevarianten, vier Preise. Wer da auf Anhieb das richtige Billett lösen will, muss schon in Lenzburg die Kindheit verbracht haben. Besonders bei kurzen Strecken rund um Zürich ist das Preis- und Strecken-Wirrwarr gross. Bei Verbindungen in grössere Städte wie Genf, Bern oder Luzern ist das Billettlösen noch übersichtlich. Dort schlägt der Automat meistens nur einen Preis vor.


Wie kam es zu diesem Billett-Wahnsinn im Raum Zürich, der die Zugpassagiere vor den Automaten reihenweise fluchen lässt?

 

Verbindungen sollen einfach werden

Christian Ginsig, Mediensprecher der SBB, bestätigt gegenüber 20 Minuten Online, dass die die Kundenreaktionen wegen vieler Via-Optionen zugenommen haben. Ginsig sagt jedoch, dass dies kein grundsätzliches SBB-Problem sei, sondern mit den neuen Tarifen des Z-Passes des ZVV zu tun habe. Neu gelte ein Billett nicht mehr für Strecken, sondern für Zonen. Die SBB habe auf das Wirrwarr reagiert und die Anzeigen so angepasst, dass bei den meisten Verbindungen der sinnvollste und schnellste Weg zuoberst erscheint. «Eine Garantie, dass immer der sinnvollste Weg zuoberst ist, gibt es aber noch nicht.»

Der Zürcher Verkehrsverbund will auf das Elend mit den vielen Via-Vorschlägen reagieren. «Wir sind dran, dies zu vereinfachen», sagt ZVV-Mediensprecherin Beatrice Henes. Die neuen, zonenbasierten Billettangaben hätten zwar den Vorteil, dass der Kunde zwischen verschiedenen Reisemöglichkeiten wählen könne. Doch gleichzeitig brauche man auch gute Geografie-Kenntnisse, gibt Henes zu.


Die ZVV-Spezialisten überprüfen nun jede Verbindung, um die Varianten zu reduzieren, wo möglich. «Bis wann es einfacher wird, können wir aber noch nicht sagen», so Henes. In der Zwischenzeit empfiehlt der ZVV, sich bei Unklarheiten beim ZVV-Contact zu melden. Bleibt zu hoffen, dass es in Zukunft wieder eine «Aarau – direkt»-Taste gibt.

0 Kommentare