Reklamationszentrale Schweiz
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Reklamationsbarometer und Trends 2014

Das Reklamationsbarometer ermitteln wir aus folgenden Daten:

 

 

• Anzahl eingegangene Anrufe auf unsere Hotline

• Mitteilungen auf unserer Website unter der Rubrik "Was ärgert Sie?"

• E-Mails an info@reklamationszentrale.ch

• Suchbegriffe auf unserer Website

Reklamationsverursacher 2014

Durch die stetige Digitalisierung unseres Alltages und die erhöhte Bedeutung des Online-Handels verlagert sich auch die Ursache von Reklamationen zunehmend ins Netz. Darin tummeln sich Unternehmen, deren Produkte oder Dienstleistungen nicht halten, was sie den Konsumenten versprechen. Diese Unternehmen laufen konventionellen Firmen bezüglich Reklamationen vermehrt den Rang ab.

 

Bereits Anfang des Jahres haben sich die Trends bestätigt, die wir Ende 2013 prognostiziert hatten. So ärgerten sich unsere Kunden im 2014 vor allem über SMS-Abofallen, ungerechtfertigte Forderungen von Telekommunikationsunternehmen oder Probleme bei Online Bestellungen. Im Februar und März erhielten wir bereits vereinzelte Anrufe von Betroffenen, die Rechnungen von PayPay AG (später Obligo AG) erhielten für angeblich abgeschlossene Sex-Abos auf mobilen Videoportalen. Ab April stieg die Anzahl Anrufe und Beschwerden konstant und nahm ab Mitte bis Ende 2014 explosionsartig zu.

 


TOP 15 Reklamationsverursacher 2014

1. Obligo AG / PayPay AG

Klarer Spitzenreiter unserer Top Reklamationsverursacher 2014 ist die mittlerweile aus den Medien bekannte Firma Obligo AG (bis August 2014 genannt PayPay AG) und deren Verwaltungsratspräsident Hans-Ulrich Hunziker. Im Februar und März noch vereinzelt und bis Ende 2014 mit einer starken bis explosionsartigen Zunahme von Anrufen auf unsere Hotline werden wir schon früh auf die Praktiken der Firma mit Sitz in Lachen SZ aufmerksam. Das Unternehmen fungiert als Datenverarbeitungs- und Abrechnungspartner von Firmen wie unter anderen Pulsira Limited, Terrifix AG, Smiles AG und Iduxa Ltd. aus. In deren Auftrag verschickt Obligo AG gemäss eigenen Angaben Rechnungen an Handybesitzer, die ein Sex-Abo für mobile Videoportale abgeschlossen haben sollen. Als wir uns bereits im April über die Vorgehensweise von PayPay AG (später Obligo AG) auf unserem Blog Sex-Abo-Falle der PayPay AG, Obligo AG und Pulsira Limited äusserten, wurden wir mit einem Schreiben von deren Rechtsanwalt unverblümt zurechtgewiesen.

 

Unzählige Beispiele von Betroffenen, die uns im Verlauf des Jahres kontaktierten bestätigten uns in der anfänglichen Annahme, dass die Forderungen von Obligo AG nicht in jedem Fall gerechtfertigt sind:

 

  • So erhielten wir beispielsweise einen Anruf von einem Herrn, der während dem Zeitpunkt des angeblichen Aboabschlusses im Ausland weilte und keinen Zugang zum Internet hatte. Trotzdem erhielt er eine Rechnung von Obligo AG.

 

  • Ein älterer Herr erhielt unzählige Mahnungen und Betreibungsandrohungen, obwohl er gar kein Smartphone besitzt und deshalb keinen Zugriff auf mobile Videoportale hat. Wie soll er also ein Abo bei Pulsira Limited abgeschlossen haben?

 

  • Auch ignoriert Obligo AG gemäss Angaben von betroffenen Personen deren Kündigungen. Die Firma preist auf den Rechnungen das Cockpit der Abo Verwaltungen auf ihrer Website an. Angeblich sollen dort laufende Abos bequem gekündigt werden können. Mehrere uns bekannte Betroffene haben dies gemacht aber trotzdem weiterhin Rechnungen und Mahnungen von Obligo AG erhalten. Auch für Abrechnungen der Gebühren während der Monate nach der Kündigung.

 

  • Unzählige Betroffene meldeten uns, dass Obligo AG sich bei Anrufen z.B. als Swisscom, Versicherungsgesellschaft, Behörde oder Amt ausgibt, um sich die Postadresse für die Rechnungsstellung mit falschen Angaben zu erschleichen.

 

  • Auch sind uns viele Fälle von Minderjährigen bekannt, die Rechnungen für Sex-Abos erhalten haben. Gemäss Gesetz müssen deren Eltern oder gesetzlichen Vertreter ein solches Rechtsgeschäft erlauben, damit ein Vertrag zustande kommt. Obwohl wir im Namen der Eltern bei Obligo AG reklamiert hatten, erhielten die Minderjährigen weitere Mahnungen.

 

  • Verzweifelte Personen, die sich durch die permanenten Anrufe und Rechnungen von Obligo AG sehr belästigt und bedroht fühlten, meldeten sich häufig bei uns. Aus Angst vor weiteren Belästigungen wechselten viele sogar ihre Handynummer oder hatten Angst vor rechtlichen Konsequenzen, obwohl sie gemäss eigenen Angaben gar nie ein Abo abgeschlossen hatten.

 

2. Coop

Bereits weit abgeschlagen von Obligo AG rangiert das Detailhandelsunternehmen Coop mit einem Anteil von nur noch 12% auf Platz 2 unseres Reklamationsbarometers 2014. Coop macht den Konsumenten wie schon im 2013 mit der oftmals erfolglosen Kündigung der Coop Zeitung das Leben schwer. Auch Probleme bei Prämienzahlungen mit Superpunkten oder unfreundliche Mitarbeiter gaben Anlass zur Beschwerde.


3. SBB

Die SBB Schweizerische Bundesbahnen verärgerte Ihre Kunden vor allem mit verspäteten oder überfüllten Zügen. Pendler und Bahnreisende machten Ihrem Ärger Luft mit Mitteilungen auf unserer Website unter der Rubrik „Was-ärgert-Sie“ oder schickten uns Emails. Dies Smartphone sei Dank meistens bereits während den Wartezeiten auf dem Perron oder von unterwegs im Zug.


4. Pulsira Limited

Als Dienstleistungsanbieter der Sex-Abofallen von Obligo AG tritt hauptsächlich Pulsira Limited auf. Die dubiose britische Firma mit Sitz in der Schweiz bietet Abos für monatliche Zugänge zu mobilen Videoportalen wie unter anderen www.milfz.tv, www.prettydirtysluts.com, www.bitchhunter.tv und www.pornhunter.tv an. Auch ohne rechtskräftige Aktivierung des Abos schnappt die Sex-Abofalle gnadenlos zu und die Rechnung von Obligo AG flattert ins Haus.


5. Vascom AG

Abofallen der Vascom AG mit sogenannten Premiums-SMS waren Grund für viele Reklamationen von Handynutzern. Vor allem Kunden des Telekommunikationsunternehmens Sunrise Communications ärgerten sich über Gebühren, die ihnen für angebliche SMS-Dienste verrechnet wurden. Und dies obwohl sie diese Dienste gar nie aktiviert hatten.


6. Sunrise Communications

Nebst den SMS-Abofallen in Verbindung mit Vascom AG und einem schlechte Kundendienst von Sunrise gaben auch Falschauskünfte bei Aboverkäufen am Telefon Anlass für Beschwerden.


7. inkassolution GmbH

Bei einer Betreibungsandrohung reagieren viele Schweizer erstmals mit Angst vor rechtlichen Konsequenzen. Sogar wenn die Forderung nicht gerechtfertigt ist. Diese Angst nutzen Inkassofirmen wie inkassolution GmbH gnadenlos aus, um Forderungen Ihrer Auftraggeber mit zusätzlichen Gebühren wie Adressverifizierungen, Zinsen und Verzugsschaden einzufordern. Unzählige Betroffene erhielten Zahlungsaufforderungen von inkassolution GmbH für die ungerechtfertigten Forderungen der Sexabos von PayPay AG und Obligo AG.


8. Migros

Konsumenten beschwerten sich hauptsächlich über schlechte, verdorbene oder aus dem Sortiment genommene Lebensmittel. Auch reklamierten sie wegen einem schlechten Kundendienst der Migros und unfreundlichem Personal.


9. Swiss Finance Group AG

Beschwerden zu dubiosen Kreditinstituten wie Swiss Finance Group AG nahmen im 2014 stetig zu. Sie versprechen auf ihren Webseiten eine rasche und unkomplizierte Kreditvergabe. Das angeforderte Geld werde gleich nach Bezahlung der Zinsen an den Kreditnehmer überwiesen. Doch da nie Geld zum Kreditnehmer fliesst, wird der vermeintliche Schuldner zum Geprellten und verliert die Gebühren, welche bereits im Voraus überwiesen wurden.


10. ID-FIND.COM

Die dreisten Methoden des Schlüsselfunddienstes ID-FIND.COM machten das Leben vieler Konsumenten schwer. Die Verkäufer der Firma versuchten am Telefon ein Schlüsselfinder-Abo anzudrehen. Obwohl die Konsumenten am Telefon ein Interesse an einem Abo ganz klar verneint hatten, folgten Rechnungen, Mahnungen und Inkassoandrohungen für den angeblich abgeschlossenen Vertrag.


11. Swisscom

Konsumenten beschwerten sich primär wegen einem ineffizienten Kundendienst oder verschlechterten Konditionen von Kombi-Abos.


12. Terrifix AG

Wie Pulsira Limited trat auch Terrifix AG als Dienstleistungsanbieter für die Sexabofallen von Obligo AG auf. Gebühren für angebliche Abos mit Zugängen zu mobilen Videoportalen wie www.teenfick.ch, www.damensex.ch oder www.flirtexpress.ch wurden mit monatlichen Rechnungen durch Obligo AG verrechnet.


13. Medienwerk Digital GmbH

Die Adressbuchschwindler der Medienwerk Digital GmbH verkaufen Kleinunternehmen oder Selbstständigen nutzlose Einträge auf dem Onlineportal heimatportal.info. Dies zu unverhältnismässig hohe Kosten von um die CHF 7‘000 für einen Dreijahresvertrag. Der nichtige Vertrag, welcher durch ein täuschendes Fax-Formular angeblich zustande gekommen ist, kann spätestens innerhalb eines Jahres seit Entdeckung des Irrtums angefochten werden. Unseriöse Geschäftemacher wie die Onlineportale heimatportal.info oder auch branchengate24.ch versuchten immer wieder, Selbstständigen oder Kleinunternehmen mit nutzlosen Einträgen in Branchenverzeichnissen Geld aus der Tasche zu ziehen. Lesen Sie mehr zum Thema Adressbuchschwindel in der Informationsbroschüre 'Vorsicht bei Adressbuchschwindlern' vom Staatssekretariat für Wirtschaft SECO.


14. upc cablecom

Als weiteres Telekommunikationsunternehmen schaffte es upc cablecom in die Top 15 der Reklamationsverursacher. Eine schlechte Erreichbarkeit des Kundendienstes und Änderungen der empfangbaren Sender beim digitalen TV waren die häufigsten Gründe für Reklamationen.


15. KB-Edelmetall GmbH

Das Interesse der Besucher unserer Webseite bezüglich der dubiosen KB-Edelmetall GmbH und deren Chef und Gründer Mike Koschine hielt auch im 2014 an. Damit ist den Goldtricksern wieder ein Platz in den Top 15 garantiert.


Unternehmen in den Top 20 Reklamationsverursacher 

Orange Communications

Orange verärgerte ihre Kunden vor allem mit ungerechtfertigten Rechnungen oder Mahnungen, obwohl die Abos fristgerecht gekündigt wurden.

 

adarna Schweiz AG

Die adarna Schweiz AG tritt als Unternehmen in der Telekommunikationsberatung auf. Sowohl Privatpersonen als auch kleine und mittelständische Unternehmen lassen sich von adarna beim Wechsel ihrer laufenden Telekommunikationsverträge beraten. Wie uns von Betroffenen bekannt ist, erhielten sie zwar eine Beratung für eine Einsparung der monatlichen Gebühren nach dem Wechsel. Die oftmals hohen Gebühren von einigen hundert Franken für die Vorzeitige Abokündigung des aktuellen Anbieters erwähnten die adarna-Berater nicht. Das böse Erwachen folgte nach Erhalt der Rechnung für die Nummernportierung.


Skyline Credits

Wie die Swiss Finance Group AG verspricht auch Skyline Credits eine unkomplizierte Vergabe von Krediten. Komplizierte und unübersichtliche Verträge verwirren die Kreditnehmer und liessen sie nach der im Voraus an die Kreditvergabe geforderten Gebühren ohne den versprochenen Kredit im Regen stehen.


Global Equity Associates AG

Konsumenten fühlten sich durch Anrufe der Global Equity Associates AG belästigt, die ihnen mit einem agressiven Telefonmarketing angebliche lukrative Geldinvestitionen verkaufen wollten.


Gut, Gross & Partner 

Auch die vom SVP-Politiker Mario Tuena betriebene Finanzfirma sorgte für erhitzte Gemüter. Nebst rekordhohen und überrissenen Kommissionen für Vermittlerdienste fiel das agressive und aufdringliche Verhalten deren Mitarbeiter am Telefon auf, die Betroffene trotz klarem Desinteresse mehrmals anriefen um ihre Dienstleistungen anzubieten.


primacall AG

Reklamationen betreffend der primacall AG nahmen im 2014 vermehrt zu. Der Telekommunikationsdienstleister kontaktiert beispielsweise bestehende Kunden telefonisch, um ihnen ein optimiertes Angebot zu unterbreiten. Verschaukelt fühlen sich die Kunden jedoch sobald sie bemerken, dass primacall mit dem neuen Angebot die Vertragsdauer von zwölf auf 24 Monate verlängert hatte, ohne dies während dem Gespräch zu erwähnen. Konsumenten beschwerten sich auch, dass primacall ihnen den Anschluss sperrte, obwohl sie die Rechnungen immer pünktlich bezahlt hatten.


Dezember 2014

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November 2014

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Oktober 2014

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Januar 2014

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