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    Coop nimmt Lasagne aus den Regalen

    Bericht Tagesanzeiger.

    Der europaweite Skandal um Pferdefleisch ist in der Schweiz angekommen: Die Lasagne einer Coop-Eigenmarke stammt von einem betroffenen Hersteller. Coop will weitere Produkte prüfen.

     

    Haben auch Sie unwissentlich eine Lasagne mit Pferde- statt Rindfleisch gegessen? Möglich wäre es. Die Lasagne einer Coop-Eigenmarke stammt von Comigel, dem Hersteller aus Frankreich, dessen Produkte in Grossbritannien einen Sturm der Entrüstung ausgelöst haben. Coop hat laut «Tages-Anzeiger» reagiert und die Lasagne vom Markt genommen.

     

    Die Schweiz ist nach heutigem Kenntnisstand vom Pferdefleisch-Skandal nicht betroffen. Das versichert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

     

    Die Schweizer Behörden würden von der EU aktiv informiert, falls problematische Lieferungen in der Schweiz auf den Markt gelangt wären, schreibt das BAG in einer Stellungnahme. Die EU verfügt mit dem «Rapid Alert System of Food and Feed» (RASFF) über ein europaweites Schnellwarnsystem vor auffälligen Lebensmitteln und behördlich angeordneten Lebensmittel-Rückrufen.

     

    Für die Überwachung von Fleischerzeugnissen sind in der Schweiz die kantonalen Laboratorien zuständig. Fleischerzeugnisse werden von diesen routinemässig auf Tierarten untersucht. Derzeit würden in mehreren Kantonen zusätzliche Kontrollen durchgeführt, schreibt das BAG. Der Handel sei ebenfalls verpflichtet, seine Produkte zu untersuchen.

    EU bespricht Massnahmen

     

    Der Pferdefleischskandal ruft auch die EU-Kommission auf den Plan. Gesundheitskommissar Tonio Borg trifft sich morgen in Brüssel mit anderen Politikern, um über die Auswirkungen der Affäre zu sprechen.

     

    Lebensmittelkontrolleure hatten zuerst in Irland festgestellt, dass Rindfleischprodukte auch Pferdefleisch enthielten. Betroffen waren etwa Hamburger. Inzwischen weitet sich der Skandal auf immer mehr Länder aus. Zu den betroffenen Firmen gehören die Supermarktkette Tesco und Burger King. Eine besonders grosse Empörung gab es in Grossbritannien, wo der Verzehr von Pferdefleisch weithin abgelehnt wird. (sda)

    «Die Abklärungen laufen, ob und inwieweit die Ware falsch deklarierte Fleischsorten enthielt», teilt Coop-Sprecher Urs Meier mit. Der Konzern führe, um auf Nummer sicher zu gehen, auch Stichproben bei weiteren Produkten durch.

     

    Kantone nehmen Proben

     

    Auch die Behörden sind nicht untätig gewesen in den letzten Tagen. So haben die Kantonschemiker in den Kantonen Bern und Aargau jeweils 30 verschiedene Proben von Fertiglasagne, Fleischsaucen und Hamburgern aus sämtlichen Grossverteilern analysiert. Bis Ende Woche sollen die Resultate der Tests vorliegen.

     

    «Es handelt sich um ein aussergewöhnliches Ereignis», hält Otmar Deflorin, der Berner Kantonschemiker, fest. Er geht von einem «gezielten Betrugsversuch» aus, da in Grossbritannien bis zu 100 Prozent Pferdefleisch in den Proben gefunden wurden. Er sei erstaunt, sagte er der Zeitung weiter, dass es innerhalb der EU zu einem solchen Fall gekommen sei. Schliesslich würden die gleichen Regeln gelten wie hierzulande.

     

    Migros-Lasagne mit Schweizer Rindfleisch

     

    Der Detailhändler Migros sieht keine Veranlassung, wegen des Pferdefleisch-Skandals Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. Migros importiere keine Lasagne, sondern stelle sie selber her, sagte Sprecherin Monika Weibel am Dienstag.

     

    Dafür würden ausschliesslich Schweizer Rindfleisch verwendet. Ausnahme sind laut Weibel die M-Budget-Lasagnen: Die Frischlinie werde mit Schweinefleisch hergestellt, für die Tiefkühl-Lasagne werde auch ausländisches Rindfleisch verwendet.

     

    Dieses werde aber von Partnern des Migros-Fleischverarbeiters Micarna am Stück und nicht als Hackfleisch angeliefert. Eine Täuschung wäre laut Weibel schon aus diesem Grund ausgeschlossen. Trotzdem sind nach Angaben der Sprecherin alle Lieferungen nach Bekanntwerden der Falschdeklarationen noch einmal im Labor untersucht worden.

     

    Mit den im Zusammenhang mit dem Pferdefleisch-Skandal genannten Fleischlieferanten bestünden keine Geschäftsverbindungen. Migros sehe darum keine Veranlassung, Produkte aus dem Verkauf zurückzuziehen.

     

    Aldi, das in Grossbritannien vom Skandal betroffen ist, hat die betroffenen Produkte in seinen Schweizer Filialen nicht im Sortiment.

     

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